System Of A Down - Toxicity - Cover
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System Of A Down Toxicity


  • Label: American/BMG
  • Laufzeit: 45 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Toxicity“ von S.O.A.D. Das ist ungefähr so wie „Californication“ von den Red Hot Chili Peppers. Nein, nein, nicht vom Musikstil, der Herr bewahre. Ohne Zweifel ist das zweite Album der Kalifornier DAS Kultalbum, das von den Fans (zumindest denen, die nicht erst mit „Mezmerize“ angefangen haben) am euphorischsten gefeiert wird. Mainstream kann das wohl kaum sein, denn auch wenn die Grundidee der Musik von System Of A Down letztendlich doch sehr massenkompatibel ist, wird sie von den US-Armeniern so schön verrückt serviert, dass nicht jeder mit dieser Musik etwas anzufangen weiß.

War der Erstling „System Of A Down“ ein gelungenes Experiment, der wahnsinnig genialen (das darf wörtlich genommen werden) Arrangements der Band, so ist „Toxicity“ ein brutal geniales Kunstwerk. Was am Anfang noch unausgegoren oder ein wenig eintönig geklungen hat, findet auf der neuen LP seine Vollendung. Tankian unterdrückt die totale Übertreibung in seiner Stimme und setzt öfters auf Theatralik und Lautstärke. Das funktioniert mehr als nur gut. Gitarrist Daron schaltet seine Stimme diesmal stärker ein (er war auf dem Debüt nur in P.L.U.C.K. wahrzunehmen), was sich als sehr ansprechend entpuppt. Seine Tonlage ist eigentlich nicht richtig zu definieren, aber ob er den Text wie im Opener „Prison Song“ so dahin rotzt oder auf seine Art zur Dramatik greift, es hört sich einzigartig an. Es hört sich nach System Of A Down an.

Der bereits genannte „Prison Song“ eröffnet mit lautem Rock, unnachsingbarem Gesang und viel politsicher Kritik das Album. Insgesamt darf sich der Fan von Musik der etwas härteren Sorte auf diesem Album freuen, denn die vollendeten Experimente der Band enden nicht selten in Krachorgien, die nie ihre Melodie verlieren. Die beruhigenden und eben so massenkompatiblen Refrains sind natürlich auch geblieben. Im Vordergrund steht aber der so genannte Alternativ-Metal, der besonders bei gnadenlosen Übergängen wie zwischen „Deer Dance“ und „Jet Pilot“ dem Hörer die Luft raubt.

Schon in den ersten Stücken keimen natürlich die unwiderstehlichen armenischen Wurzeln auf. Ansonsten bietet das Album alles, wofür S.O.A.D. stehen: Seien es sinnlose, zweiminütige Headbanger á la „Bounce“ oder „Shimmy“ oder Ohrwürmer wie „Chop Suey!“, „Toxicity“ und „Aerials“. Letztes führt die Tradition fort, das die Band beweisen muss/kann, dass sie auch anders kann. Eine tiefgehende und intelligente Hymne, die eine Band wie S.O.A.D. nicht nur in Metaller- und Rockerköpfen unsterblich machen kann. Dieses Album ist ein Feuerwerk der guten Musik und zeigt nur selten Schwächen. Das psychedelische, aber zu eingängige „X“ zum beispiel und „Toxicity“ ist bestimmt kein Album, dass man in jeder Gemütslage hören kann, aber dafür wirbt S.O.A.D. wohl auch kaum.

Der Eindruck den dieses Album hinterlässt, ist fantastisch und lässt den Rock/Metall-Fan mit gutem Geschmack (der auch keine Angst hat, mal über Grenzen hinweg zu sehen) nicht im Stich. Diese Scheibe kann sich immer und immer wieder im CD-Player drehen. Das wohl außergewöhnlichste Schmankerl ist der Bonustrack nach „Aerials“. Volksmusik und hymnisches „Ahhhh“ vom Feinsten. So verrückt, dass es für System Of A Down schon wieder normal ist.

Anspieltipps:

  • Needles
  • Atwa
  • Shimmy
  • Psycho
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