System Of A Down - System Of A Down - Cover
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System Of A Down System Of A Down


  • Label: American/BMG
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

System Of A Down ist garantiert eine der unbeschreiblichsten und verrücktesten Bands, die in den letzten Jahren aufgetaucht sind. Arrangements, die auf einem wankenden Seil der Genialität entlang spazieren, ohne sich Sorgen zu machen, tief in Krach und Klischee des Metal zu fallen. Festlegen lässt sich die Musik der Band, die selbst das System des Untergangs Amerikas ist (?), sowieso nicht. Metal, Rock, Punk, Folk? Irgendwie alles und doch stößt es sich nicht ab.

Serj Tankian (Gesang), Daron Malakian (Gitarre) und Shavarsh Odadijian (Bass) besuchen alle eine armenische Privatschule in Kalifornien, nahe der Hauptstadt der hochfliegenden Träume und unbegrenzten Möglichkeiten: Hollywood. Das vierte Gründungsmitglied verlässt die Band schon früh und somit findet sich 1995 in John Dolmayan (Drums) ein Ersatz. Mit Hilfe des allzu bekannten Produzenten Rick Rubin nehmen sie ihre erste LP auf. Selbstverständlich trägt die Platte den Namen der Band.

„Suite-Pee“ heißt das erste Lied und lädt zu einer gut vierzigminütigen Metal-Rock-Crossover Achterbahnfahrt ein. Der Song ist großteils schnörkelloser Rock. Eingängig, die typische, beinahe psychedelische Bridge und natürlich ungewöhnlicher Gesang Seitens des Sängers. In „Know“, dem wahrscheinlich besten Song des Albums, finden die Formen des Openers ihre Perfektion. Das Grölen im Refrain berechtigt das böse Wort Metal und die Strophen sind einfach herrlich einmalig von Tankian gesungen. Von so einer mitreißenden Rocknummer, die noch so viel Eigenes an sich hat, können andere Rockbands sich eine ganze Scheibe abschneiden. Bei den Instrumentalisierungen von Songs dieser Band schüttelt man erst einmal fassungslos den Kopf.

Die armenischen Wurzeln spürt man ohne Armenien zu kennen (sie sind auf jeden fall nicht amerikanisch). „Suggestions“ mit verträumter Akustikgitarre (wird dann natürlich wieder von Rock der Marke „Schlag Zu!“ abgelöst) oder „Ddevil“ mit beinahe hypnotischer Wiederholung des immer wieder gleichen Riffs. Den letzten Rest bei allen Liedern gibt Serjs außergewöhnliche Stimme. Mal fast wie ein Rapper, dann Metal oder Rock der besten Sorte und doch immer seine eigene kauzige Note. Er überstrapaziert die Stimme auch unglaublich gerne, was sich unnatürlich hoch und auch irgendwie lustig anhört. Besonders hervorzuheben ist wohl die, für Systemverhältnisse, Ballade „Spiders“. Die Jungs können also auch ruhig, auch wenn das alles andere als ein Liebeslied ist.

„War?“ macht auf ihre psychedelische Art klar, was sie von der Gleichen denken. Ihren Musikstil nehmen sie nahtlos mit, so dass diese Anprangerung auch noch massenkompatibel ist. Leckerbissen der Marke S.O.A.D. finden sich dann noch in den Folk/Polka-Arrangements von „Peephole“ und den immer wieder krassen Sprüngen zwischen schnell/langsam, laut/leise und der Stimme des Sängers, sowie seinem Gesangsstil innerhalb eines Liedes. Die Texte zeigen schon, was auch lyrisch in der Band steckt. Es fehlt zwar manchmal noch der letzte Schliff, aber mehr als gut ist dieses Debüt allemal.

Anspieltipps:

  • War?
  • Know
  • Spiders
  • Peephole
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