Naked Lunch - This Atom Heart Of Ours - Cover
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Naked Lunch This Atom Heart Of Ours


  • Label: Louisville/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bereits 1990 entstanden Naked Lunch in Form von Sänger/Gitarrist Oliver Welter, Schlagzeuger Peter Hornbogner und dem Bassisten Herwig Zamernik, um sich schlicht und ergreifend nach einem Roman von William S. Burroughs zu benennen. Relativ schlicht laufen dann auch die ersten Jahre als Band ab: Schnell unterschreibt man einen Plattenvertrag, bringt daraufhin die Scheibe „Naked“ heraus und spielt gar im Vorprogramm von den Screaming Trees. Nach einer weiteren Platte („Balsam“, 1992) wird es schließlich ruhig um die Österreicher.

Daran ändern auch die von Alan Moulder (U2, Depeche Mode) gemischte Single „Tambourine“ und der Longplayer „Superstardom“ Ende der Neunziger nur wenig. Quasi als Retter stößt Notwist-Produzent Olaf Opal zur Band und verhilft dem letzten Album „Songs For The Exhausted“ eine Schwerelosigkeit in Moll, die wieder Hoffnung im Hause Naked Lunch ausatmet. Knapp drei Jahre später, nämlich 2007, folgt „This Atom Heart Of Ours“ und zeigt die Band deutlich befreit von den Schwierigkeiten mit Plattenfirmen sowie Agenturen in der Vergangenheit, um eine eindringliche Reise auf melancholischen Pfaden zu begehen.

In einen glasklaren wie dichten Sound eingepackt, erfreut im Titeltrack und Opener eine Kirchenorgel den Hörer, bis Naked Lunch mit „Military Of The Heart“ die erste Single aus dem Album wahrlich zelebrieren. Hymnisch und doch zerbrechlich, mit Chorgesang und folkig lockeren Arrangements punkten die flirrenden Tasteninstrumente genauso wie die simplen und doch auffälligen Akustikgitarren. Um diesen Auftakt perfekt zu machen, berührt die Stimme Oliver Welters mit einer ähnlichen Präsenz wie der feingliedrig abgemischte Sound. Wer bei „My Country Girl“ ins Träumen gerät, schreckt nach 2:30 Minuten dank eines noisigen, elektronisch forcierten Störgeräusches auf und verliert sich doch recht schnell wieder im krachigeren Soundgewand.

Diese unerwarteten Wechsel in den größtenteils schwebenden und vollends träumerischen Stücken erhöhen die Spannung, um schließlich von einem durchweg gelungenen Album sprechen zu dürfen, dass mit „Waterfall“ vom Folk-Pop in elektronisch wabernde Gefilde wechselt und diese so reibungslos integriert, dass man „This Atom Heart Of Ours“ ohne Umschweife einige große Momente bescheinigt, obgleich die melancholische, manchmal gar niedergeschlagene Stimmung mit Vorsicht zu genießen ist.

Anspieltipps:

  • Military Of The Heart
  • Into Your Arms
  • Waterfall
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