Ian Love - Ian Love - Cover
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Ian Love Ian Love


  • Label: Arctic Rodeo Rec./ALIVE
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Pflichtlebenslauf eines Musikers und Songwriters scheint den Genuss von Drogen zwingend vorzusehen, denn leider war Ian Love jahrelang heroinsüchtig bis er nun mit seiner Frau und seinem neugeborenen Kind das private Glück gefunden hat. Sein Debütalbum ist aber kein vor Selbstmitleid triefendes Werk, sondern ein sehr positiver und Entspannung verbreitender Longplayer.

Im eigenen kleinen Hausstudio in Brooklyn komponierte, sang und spielte Herr Love seine zwölf Songs fast im Alleingang ein. Es beginnt mit „The only night” sehr sanft und erinnert ein wenig an Simon and Garfunkel. Eine einfache, aber sehr schöne Melodie harmoniert sehr hörenswert mit Herrn Loves sanfter, etwas heller Stimme und seiner Akustikgitarre, ein wunderbarer Sommerabendsong mit Suchtfaktor ist die Folge. „Sky to fall” präsentiert die Bandbreite von Loves Stimme, die ziemliche Höhen erklimmt, der tempoarme Track lebt gut von der Konzentration auf den Sänger, er kann aber erst nach einigen Hördurchgängen punkten.

„Butterfly” bringt ein neues Instrument ins Spiel: Bongotrommeln. Zusammen mit der Gitarre und dem Piano entsteht wieder eine kleine Songwriterperle, die so einfach und doch gut klingt. „Black diamonds” hat dagegen einen leichten psychedelischen Touch, den einige Songs ausstrahlen, denn nur einfachen, aber guten Folkpop wie Jack Johnson oder Matt Costa scheint Mister Love zuwenig zu sein: „Black diamonds” ist ein wenig verschachtelter aufgebaut, da werden die Gitarren auch mal ruppiger und trotzdem passt musikalisch alles zusammen. So kommt also keine Langeweile auf, eine Stilrichtung ist daher schwer festzulegen, Ian Love vermischt Rock, Folk und vieles mehr. Es ist eine sehr leise CD, es braucht seine Zeit bis die Melodien sitzen, doch dann beginnt man die Songs zu mögen. Es ist keinesfalls leichte Kost, wobei es auch Songs gibt, die recht simpel gestrickt sind und sehr dahinplätschern, um auch mal etwas Kritisches anzumerken.

Talent hat der Typ auf jeden Fall, zu viele sehr schleppende Songs verschlechtern den eigentlich guten Gesamteindruck, Ian Loves Potenzial ist wohl noch lange nicht ausgeschöpft, trotzdem überflügelt er die Masse der untalentierten Musiker locker. Die Charts kommen wohl höchstens mit „The only night” infrage, der Mann hat aber andere Ansprüche und das ist auch gut so.

Anspieltipps:

  • The only Night
  • Butterfly
  • Old enough
  • Black Diamonds
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