Hollywood Pornstars - Year Of The Tiger - Cover
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Hollywood Pornstars Year Of The Tiger


  • Label: Naive/INDIGO
  • Laufzeit: 39 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Was ein Name. Die Hollywood Pornstars, weder verwandt noch verschwägert mit personifizierten Matratzen wie Paris Hilton, Pamela Anderson oder Jenna Jameson, sind eine 2003 in Belgien gegründete Rockband um die beiden Sänger „Redboy“ und Anthony Sinatra. Doch wer aufgrund des ausdrucksvollen Bandnamens brillant ausufernde Schreitiraden á la Blood Brothers oder schweißtreibenden (Punk)Rock Marke Social Distortion erwartet, wird von „Year Of The Tiger“ sicherlich enttäuscht sein.

Der Name des nach diversen Beiträgen auf Compilations und der Mini-LP „All On The Six“, nun zweiten offiziellen Pornstars-Releases ist eine Anlehnung an die chinesische Tradition jedem der zwölf Monate des Jahres Tiernamen zuzuschreiben. Der Tiger gilt nach dem chinesischen Kalender als verwegen. Parallelen finden sich auf diesem Album leider nur bei der Anzahl der Tracks. Das sind nämlich wie die Monate eines Jahres genau 12 – aber nach Verwegenem sucht man vergebens.

Mit „Actarus“ und „Money“ sind bereits die stärksten Stücke des „Tigerjahres“ ganz nach vorne beordert worden. An den Strokes oder Franz Ferdinand orientierte, teilweise rockige und partiell auch elektronisch begleitete Melodien, wecken beim Zuhörer das Interesse auf das was da noch kommen mag. Doch die folgenden Tracks „Fonzie“ und „Hollybody“ können den Erwartungen der ersten Minuten leider nicht standhalten. Es fehlt schlichtweg das überraschende Etwas, welches diese Platte von anderen Produktionen hätte abheben können.

Alles schon gehört, denkt man und fragt sich, wieso die Hollywood Pornstars die mitunter nervigen elektronischen Soundspielereien nicht zugunsten der noch zuvor so überzeugend dargebotenen rockigeren Töne geopfert haben. Ebenso, wie es auch ansatzweise bei „Winona“ der Fall ist. Der groovige Refrain schießt ins Gehör und wirkt deutlich eingängiger als der Großteil seiner Vorgänger. Das total überflüssige und penetrante „Dance Rocket“ nervt dann aber durch die ständige Wiederholung des Titelnamens gewaltig und leitet den größtenteils seicht und unmotivierten zweiten Abschnitt von „Year of the tiger“ ein.

.„Torpedo“, „Love Idol“, „Sadie Sandy“ und „Marilyn“ sind dann schließlich nur noch Rock-Mittelmaß, und bei solch vor sich hin dümpelnden Songs, schiene der Bandname „Hollywood Softpornstars“ wohl angemessener. Lediglich das zunächst langsam beginnende, aber daraufhin doch noch in sich aufgehende „Starwest“ und das zu den spärlichen Höhepunkten dieser Scheibe gehörende „B.B.“, dessen energiegeladene Stimmung und rockiger Grundtenor wohl allen Liedern dieses Album gut gestanden hätte, sind positive Ausreißer auf einer mittelmäßigen Rockplatte.

Es ist mit Sicherheit kein schlechtes Album und ein Liveauftritt der Pornstars dürfte bestimmt einen wesentlich energiegeladeneren und imposanteren Eindruck hinterlassen, als dies die meisten Songs auf „Year Of The Tiger“ andeuten. Ein bisschen mehr Krach im positiven Sinne würde nicht nur der Musik gut tun, sondern auch den Bandnamen in einem völlig anderen Licht erscheinen lassen.

Anspieltipps:

  • Actarus
  • Money
  • B.B.
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