Mad Max - White Sands - Cover
Große Ansicht

Mad Max White Sands


  • Label: AOR Heaven/Soulfood
  • Laufzeit: 38 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Ferienparadies Mallorca war wohl doch nicht der richtige Ort, um klassische Rock-Vibes einzufangen.

Bei den Promofotos von Mad Max könnte einem sofort erste Bedenken kommen, ob man mit dem Einlegen der CD die richtige Wahl trifft. Die vier Christenrocker in ihren besten Jahren sehen mit ihren bunten Hemdchen und den lustigen Frisuren ein wenig wie passionierte Schlagerbarden aus, andererseits scheint das Quartett aber irgendetwas richtig zu machen. Das letztjährige Album „Night Of White Rock“ kam gut an, eine Tour im Vorprogramm von Deep Purple und Alice Cooper war die Belohnung. Ende Oktober traf sich dann Sänger und Gitarrist Michael Voss mit seinem Sechsaiter-Kollegen Jürgen Breforth auf Mallorca, um das neue Album auszubaldowern.

Der erste Track mit dem schönen Titel „Family of rock“ rockt dann auch erstmal schön heavy los. Der Song beginnt mit peitschenden Schlägen von Drummer Axel Kruse (sitzt auch bei den Melodic-Rockern Jaded Heart hinterm Kit), bevor der Rest der Band mit einem trockenem Riff einsetzt. Positiv fällt auf, dass die Band im Gegensatz zu früheren Eskapaden gänzlich auf den Einsatz von Keyboards verzichtet, was gut zu dem harten Sound auf „White Sands“ passt. Das klingt bis hierhin eigentlich alles ganz gut. Doch der Haken liegt bei Sänger Michael Voss, der eine eher suboptimale Leistung erbringt. Was er hier abliefert, klingt ein wenig nach einem erkälteten Klaus Meine (Scorpions), und auch seine Hooklines strotzen nicht gerade vor Originalität.

Der Mann ist also kein zweiter Jeff Scott Soto. Doch darüber könnte man vielleicht noch hinwegschauen, wenn wenigstens das Songwriting stimmen würde. Aber die folgenden zwei Lieder enttäuschen leider ebenfalls. „Litte princess“ behandelt auf ziemlich platte Weise das Thema Kindesmissbrauch. Die vor sich hinplätschernde Schunkelnummer „Heaven is…“ hat nichts auf einem Rockalbum zu suchen und stünde eher einer Band wie Pur gut. Erst mit „Someone like you“ kriegen Mad Max halbwegs die Kurve. Gute Gitarrenarbeit inklusive Talkbox in Begleitung mit einer guten Gesangsmelodie zaubert zum ersten Mal ein Lächeln auf die Lippen des Zuhörers.

Kämpft man sich dann noch durch das überflüssige Instrumental „Lluvia“ und „We fight in white“, das textlich etwas sehr tief in die christliche Rock-Klischeekiste greift, erwartet einen immerhin noch vier gelungene Songs. „War“, das Schlusslicht des Albums, ist dann sogar noch ein richtiges Highlight, das schön aggressiv daherkommt und auch Basser Roland Bergmann endlich mal etwas ins Rampenlicht rückt. Doch auch dieser Song holt „White Sands“ nicht mehr aus der Mittelklassigkeit heraus. Das Ferienparadies Mallorca war wohl doch nicht der richtige Ort, um klassische Rock-Vibes einzufangen.

Anspieltipps:

  • Someone Like You
  • Change It
  • War
Neue Kritiken im Genre „Hardrock“
7.5/10

Lucifer II
  • 2018    
6/10

A Dying Machine
  • 2018    
Diskutiere über „Mad Max“
comments powered by Disqus