Goddess Shiva - Goddess Shiva - Cover
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Goddess Shiva Goddess Shiva


  • Label: AOR Heaven/Soulfood
  • Laufzeit: 40 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Wurzeln der neuesten Baustelle von Schwabens Vorzeigerocker und Gitarrist Mat Sinner lassen sich schon im letzten Jahrhundert finden. 1977 gründeten er und sein Bassisten-Kumpel Armin Sabol das Powerrocktrio Shiva und tourten kreuz und quer durch das Land der Spätzle und Maultaschen. Trotz erfolgreicher Auftritte gelang der Band leider nie der große Wurf. Mehrere Versuche ein Album aufzunehmen scheiterten, so kam es schon 1980 zum Split. Seitdem konnte Mat mit Primal Fear und Sinner große Erfolge feiern, Armin betätigte sich als Produzent u.a. für Peter Schilling und Die Fantastischen Vier. Anlässlich eines Benefizkonzerts für die Aidshilfe Stuttgart taten sich die beiden als Goddess Shiva wieder zusammen und holten Ex-„Leaves Eyes“-Drummer Martin Schmidt mit uns Boot. Bei dem Konzert scheint es gefunkt zu haben, denn diesmal klappte es auch mit einer Plattenaufnahme.

Das Album beginnt mit einem interessanten Intro, das passend zum Bandnamen mit einem indischen Touch versehen ist. Das klingt zwar alles ganz nett, doch hofft man jetzt mit dem folgendem „Walking On Thorns“ natürlich auf die volle Rock-Packung. Leider wird man prompt enttäuscht. Der Song kommt schwach produziert und mit dösigem Gesang daher, auch das Gitarrensolo ist mehr als schwach. Welcher Teufel hat die Band geritten, ausgerechnet dieses Lied gleich an den Anfang zu stellen? Schon fast gewaltsam muss sich der Verfasser dieser Zeilen zwingen, seinem journalistischen Auftrag nachzukommen und die CD nicht kurz entschlossen aus dem Player zu befördern.

Diese voreiligen Pläne können gottlob bei „Mind Of A Killer“ wieder begraben werden. Sinners Gitarre ist nun eindeutig kraftvoller und die Rhythmussektion legt einen netten Groove hin. Die Hookline verleitet diesmal sogar zum mitsummen, trotzdem wird man nur schwerlich das Gefühl los, den Song schon einmal irgendwo gehört zu haben, zu deutlich sind die Anleihen an Acts wie Whitesnake, Thin Lizzy oder Scorpions. Das Konzept „Lieber gut geklaut…“ geht dann auch bei „This Ain’t Love“ hervorragend auf, auch der Gesang ist hier richtig stark.

Leider gibt es mit „Down On The Luck“ noch einen zweiten Totalausfall im Stile des Openers zu beanstanden, doch gleich „Heat Of The Night“ macht das mit seinen geilen poserhaften Gitarrensoli mehr als wett. Der coole Mitgröl-Refrain verbreitet ordentliche Partystimmung. Was Herr Sinner auf der Gitarre noch so kann, zeigt er noch mit seinem Van-Halen-mäßigen Instrumental „Ali Baba“. Das bluesige „Same Old City“ könnte vor allem durch den ähnlich gelagerten Gesang von Gary Moore stammen, zählt aber durch seine relaxte Coolness gut und gern zu den Höhepunkten des Albums.

Die letzten beiden Songs rocken dann noch einmal amtlich und stellen einen gelungenen Abschluss eines zwar wenig originellen, aber nach dem verkorksten Start trotzdem guten Albums. Bleibt zu hoffen, dass die Band auch weiter so manches Konzert spielen wird. Live wird die ganze Chose sicher eine ganze Ecke cooler klingen.

Anspieltipps:

  • Mind Of A Killer
  • Heat Of The Night
  • Same Old City
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