Elliott Murphy - Coming Home Again - Cover
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Elliott Murphy Coming Home Again


  • Label: Blue Rose Records
  • Laufzeit: 63 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das 29. Album des amerikanischen Wahl-Franzosen.

Der amerikanische Wahl-Franzose Elliott Murphy ist seit den frühen 70er Jahren im Musikgeschäft aktiv und hat in dieser Zeit locker über zwei Dutzend Alben veröffentlicht. Zum kommerziellen Durchbruch hat es dabei nie gereicht. Dennoch hat sich der gebürtige New Yorker besonders in Europa eine treue Fanbase aufgebaut, die Murphys Platten regelmäßig kauft und eines seiner durchschnittlich 100 Konzerte pro Jahr besucht. Musikalisch ist der 57-Jährige irgendwo zwischen Bob Dylan und Tom Petty angesiedelt, womit ihm eigentlich ein anderer Status als Indie-Ikone für Liebhaber handgemachter Musik zustünde. Aber so ist das Leben nun mal.

Elliott Murphys 29. (!) Album lautet auf den Titel „Coming Home Again“, obwohl Murphy schon lange nicht mehr weiß, wo sein eigentliches Zuhause ist, und wurde in den USA und in Le Havre, Frankreich in kleinen Pausen zwischen verschiedenen Tourneen aufgenommen. Im Studio stand Murphy natürlich seine aktuelle Tourband zur Seite, zu der u.a. der Ausnahmegitarrist Olivier Durand gehört. In den 13 Songs decken die Vollblutmusiker das gesamte musikalische Spektrum aus über drei Karriere-Dekaden ab, sprich Blues, Folk, Country, Rock, Americana und klassisches Singer/Songwriter-Material, das, wie viele meinen, Elliott Murphy am besten steht.

Wenn man nach den Gründen für den schwachen kommerziellen Erfolg des in Paris lebenden Barden sucht, findet man auch auf „Coming Home Again“ wieder so manche Antwort. Irgendwie wirken die meisten Stücke eine Spur zu nett und ohne Ecken und Kanten. Es scheint, würde der eine entscheidende Schritt immer fehlen – also die Gitarren einfach mal richtig krachen zu lassen oder sich mit voller Konsequenz der Leiden eines Singer/Songwriters hinzugeben.

So kratzen viele Stücke lediglich an der Oberfläche und entwickelt keinen dauerhaften Tiefgang, wenn munter und beschwingt gerockt wird („Canaries in the mind“), traurige Geschichten erzählt werden („Jesse“) oder Bob Dylan nachgeeifert wird („As good as“). Dabei ist mit „A touch of kindness“ sogar ein Song mit echten Hit-Qualitäten vertreten. Doch ein Song alleine reicht nicht, um über eine überschaubaren Kreis von Liebhabern hinaus bekannt zu werden. Denn dazu ist „Coming Home Again“ – selbstredend perfekt eingespielt und sauber produziert – einfach zu harmlos geraten.

Anspieltipps:

  • Jesse
  • Pneumonia alley
  • Not enough time
  • Johnny boy gone
  • A touch of kindness
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