Kaiser Chiefs - Yours Truly, Angry Mob - Cover
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Kaiser Chiefs Yours Truly, Angry Mob


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

„Yours Truly, Angry Mob” ist keinen Deut schlechter als „Employment”!

Nachdem der Karrierestart mit der Band Parva gründlich daneben ging, startete das Quintett aus Leeds unter dem Namen Kaiser Chiefs mit dem Album „Employment” (08/2005) gnadenlos durch. Nach überschwänglichen Presse-Lobeshymnen, diversen Auszeichnungen, weltweiten Hitsingles (u.a. „I predict a riot“), ellenlangen Tourneen und stolzen 18 Monaten Verweildauer in den Top 40 der britischen Charts, ist es nun Zeit für das oft zitierte „schwere zweite Album“. Eine Platte, die zwischen TV-, Festival- und Tourneeauftritten, Promotiontingeleien und überall-herumgereicht-werden, kurz vor dem Verlust der Bodenhaftung entstand und im Sommer 2006 im heimischen Leeds eingespielt wurde.

Die Ausgangslage entspricht also wieder mal der typischen Rock’n’Roll-Klischeeformel: Für das Debütalbum hast du dein Leben lang Zeit, für den Nachfolger nur ein paar Wochen. Das bedeutet: Entweder wirkt sich diese Stresssituation positiv auf den kreativen Prozess aus oder die Band geht daran zugrunde. Denn die Öffentlichkeit erwartet nichts weiter als die Wiederholung der großartigen Melodien, Hooks und Riffs des Vorgängers – nur in anderer Verpackung. Das wird in aller Regel schwer. Auch für die Kaiser Chiefs, die die Kerze auf „Employment“ an beiden angezündet und ein spätes Feuerwerk des BritPop/Rock abgeliefert hatten.

So ähnlich sieht es auch die Band selbst, die sich mit ihrem „Larger than life“-Debüt von der Masse abheben und schlicht die Nummer eins werden wollte. Dazu haben die Fünf bewusst etwas dicker aufgetragen und mit Mitgröl-Rockern und einprägsamen Glam-Poppern auf dicke Hose gemacht. Das funktioniert vermutlich kein zweites Mal, weshalb die Kaiser Chiefs auf „Yours Truly, Angry Mob“ einen Gang zurückschalten und beinahe sämtlichen Poser-Angriffspunkten Adieu sagen. Aus Indie-Punkrock wird Power-BritPop („Heat dies down“), aus zerrenden Gitarrensalven werden tanzbare Ohrwürmer („Love’s not a competition – but I’m winning“).

Dass das nach erstem Argwohn bei weitem nicht schlecht sein muss, beweist auch der schmissige Opener „Ruby“, der schon fast den frühen Blur nacheifert. Dazu liefert „The angry mob“ einen frischen Mitgrölrefrain für die Festivalsaison („We’re the angry mob. We read the papers ever day”), „Highroyds” präsentiert atmosphärischen Gitarrenpop, „I can do it without you” ist feiner Mitsingpop mit La-la-la-la-Refrain und der Rausschmeißer „Retirement” ein stampfendes Glamrock-Statement. Damit ist „Yours Truly, Angry Mob” keinen Deut schlechter als „Employment” und die richtige Antwort an alle Neider, die in der New Wave Of British Rock Music keinen Platz für die Kaiser Chiefs sehen.

Anspieltipps:

  • Ruby
  • Highroyds
  • Heat dies down
  • My kind of guy
  • Everything is average nowadays
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