Sophie Zelmani - Memory Loves You - Cover
Große Ansicht

Sophie Zelmani Memory Loves You


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es stellt sich bei all der Schönheit – optisch wie musikalisch – die Frage, warum Sophie Zelmani noch immer nicht den großen Durchbruch geschafft hat.

„Memory Loves You” ist mittlerweile die sechste Studio-CD der Schwedin Sophie Zelmani. Es ist eine Sammlung intimer Liebeslieder, mit der die 35-Jährige nahtlos an ihre Vorgängeralben anknüpft und für wohlige 36 Minuten zum Träumen und Verlieben sorgt. Ein Album, so zart und zerbrechlich, dass der Hörer unweigerlich näher an die Lautsprecher heranrücken möchte, um ja nichts zu verpassen. Und wenn man weiß, dass die Sängerin zurückgezogen auf einer einsamen Insel lebt, kann man sich ohne weitere Erklärungen vorstellen, wie Sophies Songs klingen.

Da wäre zum Beispiel „Broken sunny day”, ein Song, bei dem Orgel und Gitarre so harmonisch zusammenwirken, als hätte Mark Knopfler seine Dire Straits reaktiviert, wobei es bei Sophie Zelmani natürlich wesentlich getragener und sanfter zu Werke geht – eben akustischer Singer/Songwriterstoff mit dem gewissen Extra. Und ja, ich gebe es gerne zu, mehr als einmal ins Booklet geschaut zu haben, ob nicht doch Mark Knopfler die Credits für die Gitarrenarbeit zugesprochen bekam. Aber nein, es ist wieder der geniale Lars Halapi, Sophies langjähriger musikalischer Begleiter, Multiinstrumentalist und Produzent, der auch dieses Album mit seiner Raffinesse veredelt hat.

Das Team Zelmani/Halapi zaubert zehn wunderschöne Melodien hervor – die schönste davon gehört wohl „Love on my mind“ – und macht mit diesem wunderbar ruhigen Album alles richtig. Die schüchterne Schwedin haucht und flüstert herrliche Kleinode wie „Wait for cry“, das warm und vertraut wie ein herbstlicher Sonnenaufgang aus den Boxen perlt, oder „Memory loves you“, bei dem es ebenfalls zum Zusammenspiel aus Steel Guitar, sanften Pianotupfern und mit dem Besen bearbeitetem Schlagzeug kommt, und zieht ihre Hörer mit dieser Intimität vom ersten Moment an ihren Bann. Stellt sich bei all der Schönheit – optisch wie musikalisch – nur noch die Frage, warum Sophie Zelmani noch immer nicht den großen Durchbruch geschafft hat. Aber wer so schüchterne Musik schreibt, will das wohl auch gar nicht. Deshalb ganz schnell zurück auf deine Insel, liebe Sophie.

Anspieltipps:

  • Sorrow
  • Travelling
  • Wait for cry
  • Love on my mind
  • Broken sunny day
Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

The Days Of Never Coming Back And Never Getting Nowhere
  • 2017    
Diskutiere über „Sophie Zelmani“
comments powered by Disqus