Kim Frank - Hellblau - Cover
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Kim Frank Hellblau


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
6.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Noch nicht einmal volljährig waren die Protagonisten der Flensburger (Ex-) Schülerband Echt, mit Namen: Kim Frank (Gesang), Kai Fischer (Gitarre), Andreas Puffpaff (Bass), Florian Sump (Drums) sowie Gunnar Astrup (Keyboard), als sie mit der Single „Alles wird sich ändern (wenn wir groß sind)“ 1998 die Charts stürmen und von Bravo & Co. mit offenen Armen empfangen werden. Der leichtfüßige Pop mit Texten zwischen Jugendzentrum und großer, weiter Welt trifft den Nerv der jugendlichen Fanschar, so dass die Alben „Echt“ und „Freischwimmer“ samt der daraus entnommenen Singles (u.a. natürlich „Weinst Du?“) einen beachtlichen Erfolg hervorrufen, obwohl handgemachte Musik aus deutschen Landen zu dieser Zeit von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.

Nach der Jahrtausendwende bröckelt es jedoch im Fundament des Fünfers, wobei die geringen Verkaufszahlen des Drittwerks „Recorder“, das erste selbst geschriebene Album in der Bandhistorie, und die kaum vorhandenen Ticketverkäufe für den zweiten Teil der dazugehörigen Tour einen großen Anteil an den Auflösungserscheinungen haben durften. Die Tour wird schließlich abgesagt und Echt vermelden ihren Abgang unter der Begründung „musikalische Differenzen“. Kim Frank zieht sich zurück, widmet sich der Fotografie und engagiert sich in einer Folge der Hörspielserie „Die drei Fragezeichen“ als Sprecher. Überraschend sieht man ihn dann auch im Kinofilm „NVA“ von Leander Haussmann in einer Hauptrolle und fragt sich, ob Kim Frank wohl niemals zur Musik zurück findet. Doch die Vorab-Single „Lara“ und das nun vorliegende Solo-Album „Hellblau“ geben im Jahr 2007 die Antwort, ohne wirklich nachhaltig zu beeindrucken.

Trotz oder gerade wegen der überaus aufgeblasenen Instrumentierung der Gast-Musiker (u. a. Ex-Echt-Kollege Kai Fischer) kommt das Album zu keiner Minute über das Mittelmaß hinaus, wenn man mal von der textlich sowie musikalisch gut abgestimmten und eindringlichen Single „Lara“ absieht. Die Streicher-Arrangements zielen oft über das Ziel hinaus und kooperieren nur schwach mit den ohnehin schon dichten Beigaben aus Gitarre, Drums, Percussions, Keyboard und Bläsern, so dass die Essenz der von Frederik Waldner geschriebenen Songs hinter dichten Mauern verschwindet. Doch selbst in den zurückhaltenden Momenten reicht die Songwriting-Kunst einfach nicht aus, um den Hörer über längere Zeit aufhorchen zu lassen oder gar von einem beeindruckenden Debütalbum als Solo-Künstler zu reden. Natürlich geht „Hellblau“ okay, hat den ein oder anderen besseren Moment und wird die mitgewachsenen Echt-Fans temporär entzücken, doch Nachhaltigkeit oder faszinierende Songstrukturen sucht man vergebens.

Anspieltipps:

  • Lara
  • Zwei Sommer
  • Über Nacht
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