Idlewild - Make Another World - Cover
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Idlewild Make Another World


  • Label: Sanctuary Records
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Idlewild teilen das Schicksal so vieler ambitionierter Musiker. Immer wieder als Geheimtipp gehandelt schaffen sie es trotzdem nicht, sich in die Liga der ganz großen hoch zu musizieren. Jetzt startet das Quintett mit „Make Another World“ den nächsten Anlauf sich über den Status der talentierten, aber relativ unbekannten Band hinwegzusetzen. Das fünfte Studioalbum der Schotten um Leadsänger Roddy Woomble überrascht durch tempo geladene Songs und einen wilden Sound. Es hat sich einiges getan im Hause Idlewild. Man wechselte vom Major EMI zum Indielabel Sequel und hat mit Gareth Russell auch ein neues Gesicht am Bass.

Idlewild anno 2007 klingen rockiger. Die Songs auf „Make Another World“ sind kürzer und knapper ausgefallen, als man es von den Jungs aus Edinburgh bislang gewohnt war. Dessen ungeachtet dominieren in den zehn neuen Songs erneut die so Idlewild typischen straffen und zugleich hymnischen Melodien, welche sich auch diesmal wie rote Fäden durch das Album ziehen.

Der unverschämt eingängige Start „In Competition For The First Time“ ist für Kenner der Band bereits obligatorisch. Wie bereits die Opener „You Held The World In Your Arms“ und „Love Steals Us From Loneliness“ der beiden Vorgängeralben, muss auch dieser zu den Highlights der zwölfjährigen Schaffensphase der Schotten gezählt werden. Mit seinen verzerrten und in bester „Strokes-Manier“ vor sich hin rockenden Gitarren gibt dieser kurz und knapp gehaltene Track die kommende Richtung des gerade mal 35 Minuten langen Albums vor. Eingebettet in schöne und verspielte Melodien, die auch in „Everything(As It Moves)“ und “If It Takes You Away“ dominieren und so den hymnenhaften Charakter Idlewilds in den Ohren manifestiert.

Aber im Unterschied zu früheren Werken, vereinen sie ihre altbekannten epischen Klänge immer öfter mit rauen und knarrenden Rockelementen. Die lauten und fiesen Gitarren auf „If It Takes You Home“ und der knackige und eingängige Finaltrack „Finished It Remains“ kennzeichnen den aktuellen Stand der Band. Das es aber auch diesmal nicht zum ganz großen Wurf reichen wird, liegt mit unter an einigen viel zu bieder und blutleer vorgetragenen Stücken. Der Titel von „No Emotion“ trifft es damit sehr genau auf den Punkt. Eben jener, so wie auch der Titeltrack und das fade „A Ghost In The Arcade“ wirken einfach zu mittelmäßig und gefühlsarm. Man hätte sich hier und da etwas mehr Mut und Experimentierfreude gewünscht.

Im Gegensatz zum fulminanten „Once In Your Life“. Melodiös, eingängig und mit hypnotischem Refrain versehen, ist dieser Song das eigentliche Juwel auf „Make Another World“. Aber auch aufgrund der spannenden und unerwarteten Bläserarrangements auf „Future Works“ und dem eingängigen, mit seinen Rhythmuswechseln überzeugenden „You And I Are Both Away“ ist man durchaus in der Lage über die vereinzelt aufkommenden, energieloseren Abschnitte der Platte hinwegzusehen. Und wer weiß? Vielleicht schaffen sie es ja dann im sechsten oder siebten Anlauf, doch noch einen Platz neben Coldplay, Oasis oder Keane zu ergattern.

Anspieltipps:

  • In Competition For The Worst Time
  • Everything (As It Moves)
  • You And I Are Both Away
  • Once In Your Life
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