Irving - Death In The Garden Blood On The Flowers - Cover
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Irving Death In The Garden Blood On The Flowers


  • Label: Records&Me/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 51 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Manchmal kann es so einfach sein mit einer Bandgründung, wie Irving mit ihrem Zusammenschluss kurze Zeit nach der Jahrtausendwende bewiesen. Alex Church, Steven Scott und Brian Canning wollten mit einfachen Mitteln wie Drums, Gitarre, Bass und Gesang von allen Bandmitgliedern lediglich die Musik für eine Kunst-Vernissage eines Freundes kreieren und gaben sich schlicht und ergreifend dem Schicksal hin, weiter zu machen. Denn es lief gut und ein Mann für das Schlagzeug war mit Brent Turner nun auch gefunden. 2002 kam das Debüt „Good Morning Beautiful“, wurde von der amerikanischen Presse positiv aufgenommen und nebenbei erweiterten sich Irving um den Keyboarder Aaron Burrows, der nun auch die Support-Shows für Franz Ferdinand, Arcade Fire und Polyphonic Spree mitnehmen konnte.

2007 soll die Essenz aus dem Output von fünf Bandmitgliedern, deren musikalische Einflüsse nicht unterschiedlicher sein könnten, auch nach Deutschland schwappen. Mit dem bandwurmartigen Titel „Death In The Garden, Blood On The Flowers“ und ebensolchen Songnamen im Gepäck produzierte Phil Ek (The Shins, Modest Mouse) ein solides Werk, das Ohrwurm-Garantie gratis mitliefert. „The Gentle Preservation Of Children's Minds” heißt der Opener und glänzt mit einer magischen, aber nicht gekünstelten Grabesstimme sowie einschneidenden Gitarren, die im Refrain von rumpelnden Drums und leicht schrägem Chor-Gesang eingerahmt werden. Tempowechsel und das brachiale Ende, welches dann doch wieder in diese wahnsinnig schöngeistige Gitarrenmelodie übergeht, zeigen dem Hörer, dass Irving neben Pop-Harmonien auch druckvolle Musikalität ihr Eigen nennen.

Wie eigentlich auf dem gesamten Longplayer punkten die sich schnell ins Hirn brennenden Gitarren voller Wohlklang auch bei „Jem, Nothing Matters To Me“, werden hier jedoch von arg zuckrigen Synth-Flächen fast gänzlich ihrer Wirkung entzogen, so dass die Laune ein wenig sinkt. Schön anzuhören ist das allemal, doch die wehmütigen Keyboard-Sounds harmonieren nie so richtig mit dem organischen Gerüst, wodurch die guten Ansätze wenig Platz zum Atmen haben. Zum Glück befreit sich „I´ll Write The Song, You Sing For Me“ in krachigen Ausbrüchen teilweise vom Ballast der modernen Klangerzeugung und lässt immer wieder schlichte Pop-Harmonien ins Licht, denen man sich nur allzu schwer entziehen kann.
Psychedelischer Pop/Rock, welcher sich deutlich den 60´ern/70´ern orientiert, offenbart sich im markanten „Situation“ und rückt die Verhältnisse wieder zurecht, um Irving am Ende ein gutes Zweitwerk bescheinigen zu können, das sich dennoch ohne Reue der pathetisch übermäßig aufgeladenen Synthesizer entledigen könnte und gleich noch einen Sprung nach vorne machen würde.

Anspieltipps:

  • The Gentle Preservation Of Children's Minds
  • Situation
  • I Want To Love You In My Room
  • The Look Of Flowers That Are Looked At
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