Soundtrack - Final Fantasy VII: Advent Children - Cover
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Soundtrack Final Fantasy VII: Advent Children


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 83 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Nobuo Uematsu. Dieser Name lässt so manchen im Regen stehen, während andere anfangen hysterisch zu kreischen. Uematsu ist einer der bekanntesten Videospielkomponisten in Japan und inzwischen auf der ganzen Welt. Durch ihn wurde der Soundtrack der beliebten Reihe „Final Fantasy“ zu einer der beliebtesten und bekanntesten der Welt. Mit einfachsten Midi-Sounds schaffte der Japaner eine Atmosphäre zu schaffen die heute so manchen Soundtrack in den Schatten stellt. Vor ein paar Jahren setzte sich seine Liebe zu Metal und Rock durch und der begabte Komponist verließ die Firma Square. Die Fans waren schockiert wurden aber durch Nobuo selbst mit seiner Rockband „The Black Mages“ getröstet. Alte Hits neu aufbereitet, darunter auch ein paar Stücke des siebten Teils der Serie. Der neue Stil überrascht den allgemeinen Fan doch sehr, denn Uematsu ist eher für Klassisches bekannt. Umso mehr stellt sich die Frage wie sich das neue rockige Gewand den alten Songs anpasst, besonders wo bekannt gegeben wurde dass Nobuo und seine Schwarzmagier den Soundtrack größtenteils übernehmen werden.

Ein kleiner Exkurs für Leute, die den Film nicht kennen: Es handelt sich um einen vollständig 3-Dimensionalen Anime aus Japan der das wahrscheinlich erfolgreichste Rollenspiel aller Zeiten fortführt. Ob jetzt diese Art von Film (allein aus Gründen der Visualisierung) jedermanns Sache sei mal dahingestellt. Beim Soundtrack geht es schließlich um die Musik, auch wenn Fans des Spiels sicherlich schneller anfangen werden zu schmachten. Kennt man das Spiel hat man einen hohen Wieder erkennungswert, da viele Songs Remakes der alten Midi-Sounds sind. Ob das Ganze in einem riesigen Experiment ausartet, lustlos wirkt oder doch ein richtiger Knaller geworden ist lässt sich nur herausfinden, wenn man sich auf die Musik des Japaners einlässt.

Gleich in den ersten beiden Stücken „Opening“ und „The Promised Land“ spielt Uematsu mit seinen Komponistenmuskeln. Ersteres zeigt den Einstieg im Stile der klassischen Musik par Excellenze und letzteres ist ein A cappella Chor der feinsten Sorte. Nach langer Ungewissheit erfassen einen in „Beyond the Wasteland“ entfesselte Streicher die ein südländisches Flair erzeugen, nur um von einem eingängigen Klavier in „Sign“ abgelöst zu werden. Auch die Folgestücke sind (beinahe) reine Pianostücke. Das schränkt die Qualität und Innovation der Stücke allerdings nicht ein. „Tifa’s Theme“ ist einfach nur zum Träumen schön und „Those Who Fight (Piano Version)“ begeistert mit dynamischem und kraftvollem Spiel.
Von den Rockattacken ist bisher noch nichts zu spüren und daran ändert auch das beinahe meditative „Water“ nichts. „Materia“ ist ein sehr interessantes Synthesizerstück, wenn auch nur eine knappe Minute lang. Die erste kleine Schwäche findet sich in „Black Water“, welches als Rockstück doch ein wenig zu eingängig und zu kraftlos wirkt. Die Atmosphäre des Stücks rettet das Niveau aber einigermaßen. „Aerith’s Theme“ kann sich mit „Tifa’s Theme“ um die Krone der gefühlvollsten Instrumentalstücke 2005 streiten, während mit „Battle in the Forgotten City“ und „Violator“ endlich Fahrt aufgenommen wird. Ersteres wirkt ungewohnt, da sehr elektronisch, und beinahe wie ein alter Spielsoundtrack. Die Dramatik und das Arrangement des Songs sind allerdings perfekt. „Violator“ ist unterdessen das, was man sich unter dem Rock der Black Mages vorzustellen hat. „The Great Northern Crater“ beendet als großer Bruder von „Materia und „Sign“ die erste CD eine mehr als abwechslungsreiche Reise durch den Musikschatz Uematsus.

Die zweite CD ist dann nur noch zum Staunen. „Divinity I“ und „Divinity II“ sind orchestral perfekt unterlegte Chöre, vor der sich jeder Fan von Nobuo Uematsu so wie jeder Fan von klassischer Musik verneigen muss. Der Japaner schafft es die klassischen Elemente nie abgenutzt erscheinen zu lassen. Alles wirkt neu und unverbraucht. „Those Who Fight“ sowie auch „Those Who Fight Further“ rechtfertigen den Gebrauch des Wortes Metal schon alleine. Das ist mitreißender Rock der Marke „Sehr gut“. Aber auch der Rest des zweiten Silberlings prangt mit harten Gitarrenriffs, wenngleich diese immer wieder von Elektronik unterstützt und untermalt werden. Der Rock-Fan findet hier im Instrumental-Bereich alles was das herz begehrt, bevor es zum großen Finale kommt. „Advent: One-Winged Angel“ ist der furiose Bombast auf den alles zusteuert. Ein bedrohlicher Chor, ein riesiges Orchester und das ganze von den Rockelementen der Mages verbunden ergibt einen einzigartigen Song, wie er wohl lange nicht oder gar noch nie zu hören war. Wen dieses Stück Musik nicht mitreißt muss etwas an den Ohren haben oder hat mit Rock und Klassik nichts am Hut. Wie Filme das so an sich haben gibt es dann noch das Happy End, welches friedlich von „Cloud Smiles“ (hier zieht Nobuo wieder sein Ass in Sachen klassisches, ruhiges Arrangement) und den liebevoll und sehr gut komponierten „End Credits“ begleitet wird. Wer das „offizielle“ Ending eines jeden Final Fantasy kennt wird sich sehr freuen, die Melodie in bester Orchesterqualität vernehmen zu dürfen. „CALLING“ ist aus dem Jahre 1989 von dem japanischen Musiker Himuro Kyousuke. Hauptverantwortlicher Nomura ist ein großer Fan von Kyousukes Musik und hat den Song daher noch mit auf den Soundtrack gepackt (und im Film ist der Song im Abspann nach dem Abspann natürlich auch zu sehen).

Dieser Soundtrack bietet viel Abwechslung und es ist wirklich eine Meisterleistung, was Uematsu, aber auch die anderen Gastmusiker geleistet haben. Ich für meinen Teil kann keinen Unterschied zu den großen Kompositionen des Westens ausmachen, womit man diesen O.S.T. durchaus zu den Klassikern seines Genres zählen kann.

Anspieltipps:

  • The Promised Land
  • Aerith’s Theme
  • Battle in the Forgotten City
  • Those Who Fight Further
  • Advent: One-Winged Angel
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