Mandy Moore - Wild Hope - Cover
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Mandy Moore Wild Hope


  • Label: The Firm/EMI
  • Laufzeit: 46 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Am Beispiel von Mandy Moore kann wieder einmal festgestellt werden, wie bitter das Pop-Business sein kann. Schon mit 15 Jahren brachte Mandy ihr erstes Album „So Real“ (1999) mit dem Singlehit „Candy“ auf den Markt. Neben Britney Spears und Christina Aguilera zählte sie zu den heißesten Teen-Popstars in den USA. Doch während ihre Mitstreiterinnen einen Hit nach dem anderen auf der ganzen Welt landen konnten, erstreckte sich der Erfolg von Mandy Moore hauptsächlich auf die USA – und das meist auch nur im Mittelfeld der Charts.

Parallel zu ihrer Musikkarriere schlug Mandy Moore ab 2002 eine Laufbahn als Schauspielerin ein, in der sie in Filmen wie „A Walk to Remember”, „Saved” und „American Dreamz” zu sehen war. Musikalisch versuchte sie sich mit dem Album „Coverage“ (2003) vom alten Teen- und Dance-Pop-Image zu lösen, was künstlerisch mit Interpretationen von Songs aus der Feder von Carole King, Joe Jackson, Joni Mitchell und Carly Simon gelang. Kommerziell gelang der Turnaround vom Kinderstar zur ernstzunehmenden Sängerin dagegen nur bedingt und nach einem „Best Of“-Album im Jahr 2004 wurde Mandys Vertrag mit Epic/SonyBMG nicht mehr verlängert. Ein zwischenzeitlicher Versuch mit Warner Bros. verlief danach im Sande, sodass am Ende das Indie-Label Firm Music im Vertrieb von EMI als neue Heimat herhalten musste.

Nach einer Pause von vier Jahren meldet sich Mandy Moore, inzwischen 23 Jahre jung, mit ihrem fünften Studioalbum „Wild Hope“ zurück. Obwohl noch immer blutjung, zählt sie nach acht Jahren im Music-Biz inzwischen zu einer abgelösten Generation junger Popstars. Da fällt der Absprung (auch gedanklich) schwer. Doch Mandy Moore hat den Schritt seitwärts erfolgreich gewagt und mit ihrer Schauspielkarriere früh ein erwachseneres Publikum angesprochen. Dieser Konsequenz entsprechend, gestaltet sich auch der musikalische Weg der schauspielernden Sängerin (oder umgekehrt?). Von den Zwängen einer stildiktierenden Plattenfirma befreit, schreibt Mandy inzwischen ihre eigenen Songs. Dies tut sie zwar nicht ganz allein – auf „Wild Hope“ halfen ihr u.a. Lori McKenna, Rachael Yamagata, Chantal Kreviazuk, Jason Mraz und Dan Wilson – doch die beteiligten Kollaborateure zeigen deutlich die neue musikalische Richtung auf. Und tatsächlich, mit noch nicht mal Mitte 20 macht Mandy Moore jetzt gepflegten Adult-Pop wie er im Buche steht.

Das Ganze sieht so aus, dass zwölf leicht verdauliche Songs im gemächlichen Midtempo eine Dreiviertelstunde lang für angenehme Stimmung sorgen und das Gesangstalent der 23-Jährigen (erst jetzt) im vollen Umfang zutage fördern. Denn gerade bei den ruhigen Stücken macht sich Mandys Schauspielausbildung bezahlt. Sie lässt den Songs allein durch geschicktes Atmen und das Einstreuen kleiner Pausen Raum zur Entfaltung und erweckt dadurch, scheinbar ganz nebenbei, auch die Texte zum Leben. Diese sind in der Regel sehr persönlich und spiegeln Mandys Leben passend zu ihrem Alter wider. Das kann man eigentlich gar nicht schlecht finden, auch wenn nicht jede Melodie zündet und das Album unterm Strich etwas zu ruhig ausgefallen ist.

Trotzdem machen die meisten Songs, die ganz entfernt einen Hauch von Countrymusic in sich tragen, Spaß. So zum Beispiel die erste Singleauskopplung „Extraordinary“ – die leider mit einem jämmerlichen Videoclip beworben wird – und „A few days down“, die beide stellvertretend in ihren erdigen Gewändern aus Gitarre, Bass, Schlagzeug, Orgel sowie allerlei akustischen Instrumenten keinen Vergleich zu den frühen Pop-Liedchen Mandy Moores mehr erlauben. Das bestätigt mehr denn je, dass Mandy eine der sympathischsten, talentiertesten und bodenständigsten Erscheinungen unter den singenden Leinwandstars ist.

Anspieltipps:

  • Extraordinary
  • All good things
  • Few days down
  • Latest mistake
  • Looking forward to looking back
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