Alkaline Trio - Remains - Cover
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Alkaline Trio Remains


  • Label: Vagrant/ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 70 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Das amerikanische Plattenlabel Vagrant Records gilt als Heimat für viele prägende Punkrock- bzw. Emopunk-Bands, wie die Namen Dashboard Confessional, The Get Up Kids (mittlerweile Geschichte) und Saves The Day beweisen. Zerbrechlicher Gesang, manchmal auch wütender Natur trifft auf schnittige Gitarren und ruhige Momente – so kann man den eine Zeit lang inflationär gebrauchten Begriff Emo beschreiben. Was Emo nun genau von Punkrock bzw. Poppunk mit sehnsüchtigen Lyrics unterscheidet, bleibt jedem selbst überlassen. Zumindest erfreut sich dieses Subgenre vor allem in den USA einer großen Beliebtheit, in deren Mitte das Alkaline Trio (Matt Skiba, Derek Grant, Daniel Andriano) seit 1997 zu finden ist. Alben wie „Maybe I´ll Catch Fire“, „From Here To Infirmary“ und das letzte Studioalbum „Crimson“ (2005) zeigen intelligenten Punkrock, der mit einer morbiden Atmosphäre spielt und neben eingebundenen elektronischen Elementen auch gern einen Gang herunter schaltet.

Mit der Zusammenstellung „Remains“ (bestehend aus B-Seiten, Compilation-Beiträgen und Songs von diversen EP´s), die neben der CD auch eine (dem Rezensenten nicht zur Verfügung gestellten) Bonus-DVD samt Videoclips und Backstage-Aufnahmen beinhaltet, zeigt das Alkaline Trio in gebündelter Form, wie sehr man sich in ihre Songs verlieben kann. Los geht der mitreißende Reigen mit „Hell Yes“ und energischen Gitarren-Riffs, welche sich mit hymnenhaften Melodien und der markanten Stimme Matt Skibas vereinen. Die Songs gehen gut ins Ohr und sind trotz ihrer Eingängigkeit mit dem rauen Charme von Punk gesegnet. So auch das großartige, vielleicht sogar neben dem nicht vertretenden „Radio“ beste Stück in der Alkaline Trio-Historie namens „Queen Of Pain“, welches schier wahnsinnige Gitarren, geschickte Breaks und einen als Ohrwurm prädestinierten Refrain an das Tageslicht zaubert. Die Stimme macht auch hier gehörig Boden gut und neigt zu verzweifelten Ausbrüchen, die mit Hilfe des Backgroundgesangs noch verstärkt werden und die Balance aus Trübsinn sowie Aufbruch beherrscht.

Obwohl im Laufe dieser Compilation immer wieder großartige, sich ins Gedächtnis brennende Songs wie „Warbrain“ und „Dead And Broken“ für präsenten Punkrock mit dem gewissen Gefühlsbonus aka Emo sorgen und das wohlige Lächeln des Hörers die gesamte Spielzeit bestehen bleibt, sollte man festhalten, dass die Haltbarkeitsdauer dieser kleinen Indie-Hits doch recht kurz ist. Man ist, wenn man denn eine Schwäche für druckvolle Gitarren und zwischenmenschliche Tragik in Songtexten hat, schnell gefangen und erkennt, dass das Alkaline Trio deutlich mehr als Einheitsbrei zu bieten hat. „Remains“ ist definitiv eine Scheibe, die man immer wieder gern auflegt und am Ende doch „nur“ guter Punkrock, der in erhöhter Dosierung schnell an seine Grenzen stößt.

Anspieltipps:

  • Hell Yes
  • Queen Of Pain
  • Warbrain
  • I'm Dying Tomorrow (Live)
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