Ed Csupkay - Das Tier In Mir - Cover
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Ed Csupkay Das Tier In Mir


  • Label: Labels/EMI
  • Laufzeit: 43 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Ed Csupkay ist ein Vollblutmusiker, dem man seine Texte von den Dramen und weniger dramatischen Nebenschauplätzen des Lebens vollends abnimmt. In Bremen geboren, spielte er in vielen lokalen Bands, egal ob es sich dabei um Folk- oder Punk-Musik handelte und verdingte sich nach dem Umzug in die Metropole Berlin auch als Türsteher, Barmann und Tourmanager. Größen wie Motörhead, Anthrax und Monster Magnet begleitete er bei nicht immer ganz nüchternen Konzertreisen und bekam als Rausschmeißer im Club White Trash sicherlich auch manch weniger nettes Wort ab. Ed Csupkays Leben ist reich an Erlebtem, was er in den zusammen mit Sven Regener (Element Of Crime) geschriebenen Texten auf „Das Tier In Mir“ beweist, auch wenn es sich meistens um das Verlassenwerden und –sein dreht.

Neben Csupkay hört man den Engländer Malcolm Arison (Mundharmonika, Gitarre), Element Of Crime-Drummer Richard Pappik an den Percussions und gelegentlich auch Sven Regener (Chorgesang, Hammondorgel, Produktion), während stilecht für ein solch handfestes Folk/Country-Unterfangen voller knarziger Echtheit von Roger Moutenot in Nashville gemischt wurde. Bis zum Tour-Support von Element Of Crime im Februar/März kann Ed Csupkay erst einmal tief durchatmen und auf einen Longplayer zurückblicken, der gleichermaßen fesselt und einen wunderbar auf die kleine, mit unverhofften Schrägen ausgestattete Bühne des Lebens zurückholt.

Virtuoses Mundharmonika-Spiel im Opener „Hinten Geht´s Bergan“ mundet genauso schnell wie die charmant zurückhaltende, aber doch Akzente setzende Gitarre, welche neben dem rauen, eindringlichen Gesang von Ed Csupkay selbst beigesteuert wird. Obwohl das Album vor allem in der vollends mitreißenden Gesamtheit ein zartes Gefühl der Rückkehr in die lieb gewonnene Heimat vermittelt, stechen auch Songs hervor. Besonders der unverblümte Sound und die herausragende Instrumentierung sorgen für eine Wohligkeit, die manchmal von der verlebten Stimme erschüttert wird und doch zu ihr gehört wie die Einsamkeit zur Folk-Musik.

Den textlich oft melancholischen, aber musikalisch eher hoffnungsvollen und verspielten Songs wird mit dem schwungvollen, schier kindlich triumphierenden „Garagenliebe“ ein Gegenpol geboten, welcher doch tatsächlich den Anschein macht, als wolle Ed Csupkay seine Liebe zu einem Menschen mit der „Magie“ eines Kraftfahrtzeugs vergleichen. Aber darüber kann man durchaus hinwegsehen, da großartige, ungekünstelte Texte und die markanten Arrangements aus „Das Tier In Mir“ ein tolles Album machen, das auch in einigen Jahren noch den unpolierten Glanz zeitloser Folk/Country-Werke an sich haben wird und es sogar mit einigen, etablierten amerikanischen Kollegen aufnehmen könnte.

Anspieltipps:

  • Einfach
  • Kalter Wind
  • Garagenliebe
  • Worte Im Zorn
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