The Films - Don´t Dance Rattlesnake - Cover
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The Films Don´t Dance Rattlesnake


  • Label: 7hz Rec./ROUGH TRADE
  • Laufzeit: 36 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

The Films, vier junge Musiker aus Charleston, South Carolina, die britischer klingen als so manche durch den NME gehypte Inselband, machen sich auf den Rockolymp zu erobern. Na ja, vielleicht nicht sofort, aber was sie auf ihrem Debütalbum „Don’t Dance Rattlesnake“ anklingen lassen, ist bereits schon so verdammt lässig und cool – fast schon unverschämt. Unverschämt gut!

Der Opener „A Good Day“ mit seinen stampfenden treibenden Drums hat ohne Zweifel die Ambition einer der nächsten Indie-Dancefloor Kracher zu werden. Er versprüht von Beginn an gute Laune und erweckt eine unerwartete Euphorie, der man sich einfach nicht erwehren kann. „Take a breath, let it crawl to your skin….“ Man fühlt sich während der Musik von „Don’t Dance Rattlesnake“ an die letzte durchzechte Nacht erinnert. Besser gesagt an den Morgen danach. Verkatert, mit unterlaufenen Augen, die erste Zigarette bereits im Mund und die Kaffeemaschine auf Hochtouren laufend. Verzweifelt versucht man die letzte Nacht zu rekonstruieren. Aber wer zum Teufel war das blonde Mädchen und warum hat mich dieser zwei Meter große Typ so gnadenlos zu Boden gestreckt?

Die Universalformel der „Films“ auf diese Fragen ist ebenso eingängig wie logisch: „Take it easy, i don’t really know what’s been going on“ heisst es in „Belt Loops“. Präziser kann man es nicht auf den Punkt bringen. Die Klatscher zu Beginn von „Call it Off“ schaffen es mit Lockerheit, den Übermüdeten Körper zum zucken und wippen zu animieren. Es steckt also doch noch ein Funken Energie im angeschlagenen Ich. „I am bored of being bored“ säuselt Michael Trent bei „Being Bored“ ins Mikrofon, um dann zusammen mit seinen Bandmitgliedern bei „Talk Talk“ und „Tabletops“ zum Rock’n’Roll-Rundumschlag auf das Trommelfell auszuholen. Allgegenwärtig, das markante Schlagzeugspiel von Drummer Adam C. Blake, das der gesamten Platte seinen Stempel aufdrückt.

„Strange Hands“ und „Holliewould Getaway“ sind schnell und einprägsam. Trent, Sinclair, Blake und Harris decken einen von vorne bis hinten mit Bass, Gitarren, Drums und Vocals ein, so dass der Absturz von gestern Abend endgültig Geschichte ist und man sich freudig erregt auf die kommende Kneipentour vorbereiten kann. Die letzten beiden Stücke gehören dann zweifelsohne zu den Highlights dieser Scheibe. „Come on“ ist ein verdammt lässiger und einprägsamer Song, zu dem der obligatorisch Schluck aus der Whiskey Flasche Marke „Rockstar“ dazugehört, wie das Papamobil zum Papst.

The Films spielen ganz groß auf. Ohne Druck, ohne Experimente. Der Spaß soll im Vordergrund stehen. Da ertappt man sich sogar dabei, ohne jegliches Schamgefühl bei den Lalala-Chören in „Black Shoes“ mitzusingen. Die Melodien auf „Don’t Dance Rattlesnake“ sind nicht so leicht wieder aus dem Kopf zu bekommen. Lediglich das im Vergleich zu den anderen elf Stücken etwas lahme und nicht aus den Hüften zu kommen scheinende „Jealousy“ hätten sich The Films sparen können.

Sie beschließen das Album mit dem ruhigen „ Bodybag“. Praktisch eine Warnung für all diejenigen, die sie mit ihrer Musik in den letzten knapp 36 Minuten wieder dermaßen in Partylaune versetzt haben, sich den kommenden Feiergang und seine möglichen Folgen noch einmal gut durch den Kopf gehen zu lassen. Aber zu überlegen gibt es da nicht viel. Auf Play drücken, sich einen großen Schluck aus der Flasche gönnen, die Kumpels zusammenrufen und weiter geht’s…

Anspieltipps:

  • Good Day
  • Black Shoes
  • Come On
  • Bodybag
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