Tristania - Illumination - Cover
Große Ansicht

Tristania Illumination


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 48 Minuten
Artikel teilen:
5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Der Abstand von „World of glass“ (2001) zum bislang letzten Album Tristanias, „Ashes“ (2005), spricht Bände. Versuchten die Herrschaften Osten Bergoy (Gesang), Anders Hoyvik Hidle (Gitarre), Rune Osterhus (Bass), Kenneth Olsson (Schlagzeug), Einar Moen (Keyboard) und das sowohl musikalische als auch weibliche Aushängeschild Vibeke Stene einen geregelten Veröffentlichungsrhythmus einzuhalten, so bekamen die Gothic Metaller für ihr 2001er Werk Schelte von den Fans aufgrund der exzessiven Verwendung klassischer und bombastischer Elemente, woraufhin sie begannen sich neu auszurichten, was in einen ungewöhnlich harten Nachfolger gipfelte, der sorgfältig durchdacht sein musste und daher ungewöhnlich lange Vorlaufzeit beanspruchte.

„Ashes“ konnte vielleicht das eine oder andere verlorene Schaf in den Stall zurücktreiben, „Illumination“ dümpelt aber dennoch beinahe über die gesamte Dreiviertelstunde aus den Boxen, anstatt weitere Rekrutierungsarbeit zu leisten und neue Akzente im Gothic-Sektor zu setzen. Erbarmungslos hämmert „Mercyside“ auf den Hörer ein, die gelegentlichen melodischen Ausreißer und der Sirenengesang Stenes bleiben jedoch weitgehend hinter den Erwartungen zurück. „Sanguine sky“ und „Open ground“ drosseln Schlagzeugarbeit sowie Härtegrad, wirklich interessant wird „Illumination“ jedoch erst mit „The Ravens“. Hier schaffen es die düsteren als auch melodiösen Gitarren und das Zusammenwirken von Stenes und Bergoys Stimme einen magischen Moment heraufzubeschwören, der jedoch in den folgenden 6 Stücken nicht einmal annähernd erreicht wird.

Zärtlich schmiegt sich in weiterer Folge „Destination departure“ mit balladesker Untermalung in den Gehörgang und sorgt für eine gemächliche Überraschung, der etwas holprige Schluss klingt allerdings unfertig. In „Down“ werden Tristanias Trademarks gekonnt ineinander verwoben, da hat man z.B. auf „Beyond the veil“ jedoch schon Besseres gehört. „Fate“ tastet sich im Anschluss mit progressiver Komplexität an so etwas wie Struktur heran, verfehlt dabei aber völlig das Ziel aus den Augen einen stimmigen Eindruck zu hinterlassen, während sich „Lotus“ Toolscher Bassläufe bedient und trotzdem zu den schwächeren Stücken auf „Illumination“ zählt. Seinem Namen alle Ehre macht der Track „Sacrilege“, der mit einer sakralen Einleitung eröffnet wird und mit Gastsänger Vorph der Schweizer Truppe Samael und Tribal Drums zum treibendem Gegenpol zum zähflüssigen Ende mit der siebenminütigen, schleppenden Ballade „Deadlands“ wird. Hier wollten Tristania mit viel Pathos und Akustikgitarren wohl das zweite „My immortal“ von Evanescence schreiben. Eine überzeugende Vorstellung sieht anders aus, was man von „Illumination“ gleichfalls behaupten kann.

Anspieltipps:

  • The Ravens
  • Open Ground
  • Destination Departure
Neue Kritiken im Genre „Gothic Metal“
3/10

From Spirits And Ghosts (Score For A Dark Christmas)
  • 2017    
5/10

The Shadow Self
  • 2016    
4.5/10

The Brightest Void
  • 2016    
Diskutiere über „Tristania“
comments powered by Disqus