Skinny Puppy - Mythmaker - Cover
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Skinny Puppy Mythmaker


  • Label: Synthetic Symphony/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Einen weitläufigen Flächenbrand konnten Skinny Puppy mit „The greater wrong of the right“ (2004), das acht Jahre nach dem letzten regulären Werk „The process“ (1996) veröffentlicht wurde, noch nicht entfachen. Dafür begeisterten sie neue als auch altgediente Anhänger umso mehr mit der Rückkehr auf diverse Festivals wie z.B. dem Doomsday in Dresden. Die Masterminds Ogre (Gesang) und cEvin Key (Synthesizer, Perkussion) wurden wohl durch die positive Resonanz angesteckt und haben an jeder freien Minute an „Mythmaker“ gebastelt, zumindest hört man den zehn Stücken auf dem neuesten Werk die zurückgewonnene Experimentierlust älterer Alben an.

„Magnifishit“ gebärdet sich zwar noch sehr geradlinig und zurückhaltend, schafft es jedoch sofort in seinen Bann zu ziehen. Das darauffolgende Dreiergespann „DaL“, „HaZe“ und „Pedafly“ dürfte die letzten Zweifler über das Comeback der Industrial-Wegbereiter im Anschluss Lügen strafen, denn so kompakt, abgedreht und genial hat man Skinny Puppy schon lange nicht mehr gehört, wodurch selbst das ruhig ausgerichtete „HaZe“ zu einem pompösen Kracher wird. Mit „JaHer“ wird es nach dem ungestümen „Pedafly“ entspannter und ein luftiger Ambient-Teppich beginnt sich langsam im Wohnzimmer auszubreiten. Knallharte Sample-Präzision paart sich in „Politikil“ mit aggressiver, lyrischer Breitseite über mediale Schaulustigkeit, während „LestiduZ“ mit schaurigen Höchtonen den Lautsprecher in seine Einzelteile zerlegt.

Wie schon „JaHer“ versucht sich auch „PasturN“ an gemächlicherer Untermalung und überzeugt auf voller Länge. Selbst wenn Ogre in „Ambiantz“ anscheinend durch ein Plastikrohr knarzt, so ist es doch die zündende Idee die bei diesem Track ein wenig auf der Strecke bleibt. Das macht „UgLi“ mit wütenden Synthie-Beats und knarrendem Bass wesentlich besser und auch die rekursierende Message „Jesus wants to be ugly“ brennt sich wie ein hässlicher Alptraum in sämtliche Gehirnregionen als würde man gerade Chris Cunninghams „Rubber Johnny“ sehen. Womit konstatiert wird: „Mythmaker“ macht vieles richtig (geordnete Samplewut, Experimentierfreude), wenig falsch („Ambiantz“, Innovationen bleiben auf der Strecke) und überzeugt nicht nur hartgesottene Industrial-Veteranen. Die Kanadier sind zurück und werden dich selbst in deinen Träumen heimsuchen. Aber bitte nur mit guten Hi-Fi-Kopfhörern!

Anspieltipps:

  • DaL
  • UgLi
  • HaZe
  • Pedafly
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