Delight - Breaking Ground - Cover
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Delight Breaking Ground


  • Label: Roadrunner/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die zurzeit von „Fallen” (04/2003) geprägte Genredefinition Nu-Goth-Metal wurde schnell zum Unwort des Jahres 2003. Und obwohl man Amy Lee und ihren restlichen Mannen bei Evanescence gut und gerne eine gewisse Eigenständigkeit zusprechen konnte, so war ihr Majorlabel-Debüt doch nicht mehr als heiße Luft, die zur rechten Zeit erschienen war, denn bereits der Nachfolger „The open door“ (09/2006) krankte an sinnloser Aneinanderreihung unfreiwillig nervender Klischees und übertriebenem Pathos. Doch kommen wir auf Delight zu sprechen. Die polnische Band bedient sich nicht nur am Erfolg der Amerikaner, sondern versucht sich sogar als 1:1 Kopie mitsamt heftig rockenden Riffs und knackiger Produktion, die zugegeben am Puls der Zeit ist, jedoch das halbgare Material nicht besser macht, sondern nur glatt bügelt.

Lediglich die um sich greifende Elegie mit der Amy Lee gerne in ihren Songs übertreibt, ist beim Roadrunner-Debüt „Breaking ground“ der polnischen Delight außen vor geblieben. Stattdessen geht es stets flotter zur Sache, ohne Rücksicht auf Verluste wie z.B. einprägsame Passagen oder abwechslungsreichen Aufbau. Nach kurzen Vorspielen holzt der Sechser los, als ob es kein Morgen gäbe. Zumindest einer der wenigen Pluspunkte, dem man der Band zugute halten kann, denn live gibt das sicher einiges her. Sobald die Riffwalzen Jaroslaw Baran (Gitarre, Klavier), Grzegorz Gustof (Gitarre) und Marek Tkocz (Bass) jedoch erst einmal losgelegt haben, gibt es für den Hörer kein Entkommen mehr. Schluss ist erst wenn der Song zu Ende ist. Womit auch eine Parallele zu „Fallen“ von Evanescence zu ziehen ist, bei dem sich viele Song-Abläufe glichen und vorhersehbar waren.

Die Vorstellung von Frontdame Paulina Maslanka (Gesang) ist gut, aber nicht überragend, Schlagzeuger Ziemowit Rybarkiewicz ist solide und die Synthie-Effekte von Kuba Kubica sind eher nettes Beiwerk denn wirklich essentiell. Dadurch ist „Breaking ground“ ein durchschnittlicher Longplayer geworden, der zwar einige gute Momente aufweist, aber auf Albumlänge nicht überzeugen kann. Nu-(Goth-)Metal ist eben doch Schnee von gestern.

Anspieltipps:

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