Die Ärzte - Planet Punk - Cover
Große Ansicht

Die Ärzte Planet Punk


  • Label: Metronome/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 58 Minuten
Artikel teilen:
10/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

„Also ich, ich hab drei Jungs da draußen. Die sind drauf und dran… dich alle zu machen“ Willkommen auf dem wahrscheinlichen besten Longplayer den „die beste Band der Welt“ je herausgebracht hat. Mit „Planet Punk“ bekommen wir das erste, eigenständige Werk der neuen Ärzte-Ära zu Gesicht. Sahni und Hagen waren gestern: Jetzt gibt es für Ärzte-Fans nur noch einen Gott: Belafarinrod. Das kommt wahrscheinlich fast schon ein wenig zu lobpreisend herüber, aber es wird nicht übertrieben.

„Super Drei“ ist ein „Wir-sind-wieder-da-Song“ wie er im Buche steht. Bestimmt nicht einer der ganz starken Songs auf dem Album, aber der Text leidet kein bisschen. Ärzte-Lyrics vom Feinsten. Abgesehen davon, dass die Ärzte mit ihren lustigen Songtextideen auftrumpfen sind die ganzen Hymnen auf diesem Album das Ass im Ärmel. Sei es der rockige „Schunder- Song“ mit viel Ska oder das aufmunternde „Hurra“. Wem das noch nicht reicht, der hat auch noch das beinahe romantische, dann aber doch mit typischem Ärztehumor gespickten „Langweilig“. Friede, Freude Eierkuchen für Fans des guten Deutschrocks. Wirklich ruhig lassen es die Ärzte hingegen nur selten angehen. „Geh mit mir“ und „Die Banane“ von Ärzte-Drummer Dirk Felsenheimer alias Bela B. fallen in diese Sparte. Gerade letzteres besticht aber wieder durch das Songwriting.

Die Ärzte entpuppen sich als experimenteller den je mit Stücken wie „Rod (Heart) You“, welches den Fans sogleich den neuen Bassisten näher bringen soll. Ein ganz starker Track der dadurch besticht, dass er einfach anders ist. „Meine Ex(plodierte Freundin)“ ist mit Perkussion und Südseefeeling ebenfalls aus der Sparte „Anders“. Wie bereits erwähnt bestechen die meisten Songs (mit nur minimalen Schwächen) in ihren Texten. Endgültige Nonsensstücke müssen aber natürlich auch wieder dabei sein und so darf sich Deutschlands bester Rennfahrer in „Mein Freund Michael“ über eine Widmung freuen. „Trick 17 m.S.“ zeigt einen Farin U. der verzweifelt versucht sich das erbärmliche Leben zu nehmen. Da darf man jetzt streiten: Ist das wirklich witzig? Ich denke, wer „Grace Kelly“ geschrieben hat darf auch so etwas schreiben dürfen. Natürlich haben sich die Ärzte nicht komplett ihren Experimenten hingegeben und machen auch noch schnöden, eingängigen Rock. „Red Mit Mir“ und „Opfer“ (das Stück hat ein sehr gelungenes Intro) geben eben dieses Genre zum Besten.

Mit „Planet Punk“ ist den Ärzten ein riesiger Schritt gelungen. Auf Platten wie „Debil“ fand man sie noch niedlich, durch die vielen technischen Unfeinheiten. Jetzt bestechen sie durch genaue Arrangements und durchdachte, nicht weniger witzige oder wenn nötig anspruchsvolle Texte, „als wie“ damals. Mit „13“ sollte der richtig große Erfolg kommen, aber in seiner Dichte und Vielfalt kommt auch der ach so erfolgreiche Nachfolger nicht an „Planet Punk“ heran. Wer eine gute Deutschrockplatte sucht kommt um dieses Album nicht herum. Der Streit ob „Hosen“ oder „Ärzte“ darf zwar bestehen bleiben, aber nicht was Innovation angeht. Da hat „die beste Band der Welt“ eine ganze Nasenlänge Vorsprung.

Anspieltipps:

  • Schunder-Song
  • Langweilig
  • Die Banane
  • Opfer
Neue Kritiken im Genre „Rock“
6/10

St. Helena
  • 2016    
7/10

Breakin´ Outta Hell
  • 2016    
Diskutiere über „Die Ärzte“
comments powered by Disqus