The Pinker Tones - The Million Colour Revolution - Cover
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The Pinker Tones The Million Colour Revolution


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 64 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Seltsam sind sie, Professor Manso und Mr. Furia aus Barcelona, die The Pinker Tones 2001 gründeten und mit ihrer Debütsingle „Mais Pourquoi“ auf Platz 1 der spanischen Charts einstiegen und sich längst nicht mit nur einem Genre zufrieden geben. Die Beiden sind Musiker, Remixer, Produzenten, DJ´s und fallen nicht nur in der New York Times, dem Rolling Stone oder beim Radio von BBC auf, denn wie so oft in diesen digitalen Zeiten spielt auch die Riesen-Community bei MySpace eine Rolle, die nicht unwesentlich nun auch zum Deutschland-Release des Longplayers „The Million Colour Revolution“ beiträgt. In Retro-Sonnenbrillen und lässige Anzüge gehüllt, fabrizieren die Südeuropäer einen Musik-Cocktail aus sonnigen, afrikanischen Rhythmen, dem polierten Glanz von elektronischer Musik und manchmal an seine Grenze stoßenden Pop mit hyperaktiver Neigung.

Allein schon der Opener „Senoras Y Senores“ ist ein wirres Aufeinandertreffen von Soul und einer schier endlosen Abgedrehtheit, die sich im ersten „richtigen“ Song, dem swingenden „Welcome To TMCR“ anhand von entrückten Sounds und angenehm unaufdringlichen Beats deutlich eingängiger gestaltet. In „Karma Hunters“ scheinen die Pinker Tones ein Bloodhound Gang-Gitarrensample unterzubringen und strahlen durch Breakbeats, südamerikanische Percussions sowie ein ausuferndes Saxophon den positiven Vibe ihrer Musik deutlich aus. Zwischen Urlaub und musikalischer Entdeckungsvielfalt pendelt das Duo, ohne jemals in nichts sagende Beach-Pop-Gefilde abzudriften. Abdriften tun Mr. Furia und Professor Manso dann schon eher mit ihrem unendlichen Spieltrieb. Wenn endlose Sounds übereinander gepackt werden und dazu noch die unberechenbare Hektik des Duos durchscheint (was nicht selten passiert), wird es fast unmöglich, diesem Album in der Gesamtheit aufmerksam zu folgen. Viel zu viel passiert in nur wenigen Sekunden und gönnt sich nur selten eine Ruhepause.

Dennoch gibt es Songs, denen man sich einfach nicht entziehen kann, wie „Karma Hunters“ und das schillernde „Love Tape“ mit einer immensen Anziehungskraft beweisen. Plastik-Synthies und die Sesamstraßen-Singalongs in „Sonido Total“ hätten sich die Spanier trotz ihres sicherlich sonnigen Gemüts allerdings sparen können. Der Hörer fühlt sich beim Hören von „The Million Colour Revolution“ auf die Spielplätze dieser Welt versetzt und muss schon eine ganze Menge an buntem Reigen ertragen, bis er auf kleine Schmankerl wie das vom Piano angespornte, deutschsprachige „Pink Freud“ in bester Comedian Harmonists-Manier stößt und neben all´ der anstrengenden Instrumenten-Vielfalt und unermüdlichem Witz die Essenz von höchst unkonventioneller Pop-Musik aufsaugt.

Anspieltipps:

  • Karma Hunters
  • Pink Freud
  • Love Tape
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