Jamie T. - Panic Prevention - Cover
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Jamie T. Panic Prevention


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Zur Zeit ist ja jeder neue Act, der von der Insel in Richtung Festland rüberschwappt, der nächste große Superstar, ausgestattet mit reichlich Vorschusslorbeeren von den Englischen Musikgazetten. Mal sehen, oder besser hören, ob Jamie Treays alias Jamie T. es versteht, unter diesen Voraussetzungen ein Album aufzunehmen, das die Erwartungen der Kids in England erfüllen kann.

Beim ersten schnellen Durchskippen fällt auf, dass Jamie T. versucht, viele zum Teil sehr verschiedene Musikstile (u.a. HipHop, Punk, Reggae) unter einen Hut zu bringen. Klingt interessant, verursacht aber auch eine Menge Chaos, durch die man sich als Ersthörer von „Panic Prevention“ erst einmal durchkämpfen muss. Auffallend ist auch die dominante Bassgitarre, die Jamie selbst spielt und im Opener „Brand new bass guitar“ besingt. Verwirrt, aber auch irgendwie interessiert, auf das was noch kommt, lässt dieser Song den Hörer zurück. Im zweiten Track der Platte, genannt „Salvador“ ist es erstaunlich, was der junge Brite da mit seinem Bass und einigen wenigen Tönen rhythmisch veranstaltet. Der Song fesselt vom ersten Takt an und wurde wohl zurecht von BBC Radio 1 Moderator Zane Lowe zur Singe der Woche gekürt.

Vielversprechend wird das Debüt mit „Calm down dearest“ fortgesetzt. Diesem Track gelingt als einzigem auf der Platte, die wirklich gelungene Verschmelzung der vielen verschiedenen Stilrichtungen, die Jamie T. inspiriert haben. Manchmal versucht er zu rappen, doch meistens singt er, was er eigentlich auch viel besser kann. Und genau hier liegt die Schwäche des Albums: einige Tracks scheinen einfach zu sehr nach dem Reißbrettverfahren auf HipHop getrimmt zu sein („So lonely was the ballad“; „Pacemaker“; „Dry off your cheeks“). Leider sind dies auch die Songs in der Mitte des Albums, die sich sehr stark nach Füllmaterial anhören.

Abgesehen von diesen Schwächen, macht Jamie T. auf seinem ersten Longplayer vieles, aber nun mal nicht alles richtig. Gelingt es ihm, diese Schwächen in Zukunft abzustellen, kann er vielleicht wirklich eine große Nummer werden. Denn vielversprechend klingt vieles auf „Panic Prevention“. Nicht mehr, nicht weniger.

Anspieltipps:

  • Salvador
  • Calm Down Dearest
  • Operation
  • If You Got The Money
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