Kristin Hersh - Learn To Sing Like A Star - Cover
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Kristin Hersh Learn To Sing Like A Star


  • Label: 4AD/Rough Trade
  • Laufzeit: 42 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

20 Jahre ist Kristin Hersh mittlerweile schon mit den verwegenen Ecken des Indie-Rocks beschäftigt und Leute, die von dieser Dame reden und schreiben, nehmen zurecht Bezug auf die Throwing Muses, die in den Achtzigern lange vor dem Grunge-Hype die Welt der Rockmusik mit Verzweiflung und energischen, krachigen Gitarrenparts aufmischten. Doch die Throwing Muses wurden von 50 Foot Wave gefolgt, deren Frontfrau Kristin Hersh ebenso war. Wie es scheint ganz nebenbei hatte Mrs. Hersh immer wieder Zeit für Solo-Aktivitäten, welche es auf sechs Alben bringen und nun in Form des neuen Werks „Learn To Sing Like A Star“ hochkarätigen Nachschub bekommen. Throwing Muses-Drummer David Narcizo spielt darauf sein angestammtes Instrument, während Kristin Hersh für alle anderen Musikalitäten, außer den Streicher-Parts, verantwortlich ist und in bester „Selbst ist die Frau“-Manier ungeschliffene Diamanten der rockigen Verzweiflung und süßen Harmonie in die Welt entlässt.

Dramatisch pulsiert „Day Glo“ anhand von puristisch dargebotenen Drumsounds und duelliert sich im Refrain mit wohligen Momenten, die sich mit der rauchigen, zwischen Sanftheit und erobernder Durchschlagskraft wechselnden Stimme zu einer sonderbaren Symbiose formen und gerade durch diese zwei scheinbar ungleichen Pole aus zarten sowie verstörenden Elementen im Gedächtnis bleiben. „Ice“ glänzt danach mit schwelgerischen Streichern und verzierenden Piano-Beigaben, die trotz ihrer harmonischen Zugänglichkeit diese bittersüße Angriffslustigkeit bereithalten, die auf „Learn To Sing Like A Star“ immer wieder durchscheint und aus ihm ein Werk mit großer Anziehungskraft macht. Es scheint alles so friedlich und im besten Singer/Songwriter-Sinne heimelig, bis ein harscher Wind aufzieht und sich in rauen, doch nicht erschaudernd aggressiven Ausbrüchen Ausdruck verleiht.

Besonders die zweite Hälfte, die (wenn man das Backcover betrachtet) mit „Sugarbaby“ gleichermaßen verschroben und melodisch beginnt, wird allein durch die vielleicht zugänglichsten Stücke „Peggy Lee“, einem munteren Indie-Hit mit schrammeligen Gitarren und betörenden Streicher-Parts sowie dem magisch verträumten „Vertigo“ zu einem Selbstgänger, dem man immer wieder verfallen kann. Nicht nur die zwischen Indie-Pop mit Rock-Elementen und erdigem, orchestralen Herzstück munter auftrumpfende Musik ist dramaturgisch vereinnahmend und voller Sinnlichkeit, auch die unverkennbaren Vocals einer scheinbar nie mangels Kreativität stockenden Kristin Hersh machen aus „Learn To Sing Like A Star“ einen Longplayer, der sich ins leidenschaftliche Indie-Herz brennen wird.

Anspieltipps:

  • Ice
  • Peggy Lee
  • Vertigo
  • The Thin Man
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