Maria Solheim - Will There Be Spring - Cover
Große Ansicht

Maria Solheim Will There Be Spring


  • Label: Strange Ways/INDIGO
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
7/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

„Will There Be Spring“ kommt insgesamt ein wenig spröder als gewohnt.

Die Norwegerin Maria Solheim ist seit ihrer Kindheit in der Kunst gefangen. Egal ob Gedichte, Malerei oder eben das Musizieren – Sie lebt ihren Traum, der ihr ein Leben des leidenschaftlichen Ausdrucks ermöglicht. Mittlerweile ist Maria Solheim auch in Deutschland bekannt, nachdem sie in ihrer Heimat quasi schon gewisse Star-Tendenzen seitens der Öffentlichkeit erleben durfte. Obwohl die Nordeuropäerin gerade erst Mitte zwanzig ist, füllen vier Alben den Back-Katalog und erobern vor allem seit dem Zweitwerk „Behind Closed Doors“ mit introvertierten, teils losgelöst triumphierenden Folk-Songs voller Spielfreude und einem gewissen naiven Charme so manches Herz. Ihre Bühnenpräsenz und die ausdrückliche Nähe zu den Menschen vor der Bühne brachte sie einem genreübergreifenden Publikum näher und ließ die Bekanntheit von Maria Solheim in hiesigen Gefilden derart ansteigen, dass sie gern darauf hinweist, wie sehr Deutschland zu ihrer zweiten Heimat geworden ist.

Doch nun also zum vierten Longplayer „Will There Be Spring“, der in Skandinavien schon letztes Jahr erschien und insgesamt doch ein wenig spröder als gewohnt daherkommt. Denn die Vorgänger, zuletzt „Frail“ aus dem Jahr 2004, waren neben ihrer Verwinkelungen und atmosphärischen Traumreisen doch stets mit einem Hang zum reibungslosen Pop ausgestattet. Dagegen tut sich „Will There Be Spring“ nach den ersten Hördurchläufen noch schwer, erschließt sich aber dem Hörer nach einer gewissen Zeit und lädt fernab der trüben Realität da draußen zum Schwelgen ein.

Auch wenn die Umschreibung im Zusammenhang mit Musikern oft überstrapaziert wird, so kann man sie auch im Falle von Maria Solheim wählen und liegt damit wohl gar nicht mal so falsch: Sie klingt erwachsener, reifer und selbst das sonnige „Wildest Day“ hält die Erdigkeit bereit, die dieses Album so wachsen lässt und unterschwellig den Hörer mehr und mehr fasziniert. Laut tönende Percussions und das sich anhand von beherzten Gitarren-Einsätzen einstellende Gefühl von Aufbruch legen sich um „Where Do People Go?“ und lassen es nicht mehr los. Steel-Gitarren und den ursprünglichen Country-Entwurf von „Ocean Needs Water“ auflockernde Streicher heben die hochwertige Instrumentierung hervor, ohne sich jemals aufzudrängen. Stets dominiert die Atmosphäre und die liebliche Stimme den Song und nicht das Konstrukt, welches um ihn herum entworfen wurde. Und so formt sich „Will There Be Spring“ zu einem guten Album, das ohne allzu großen Respekt Folk/Country auf meist melancholische Art und Weise für sich beansprucht und doch viel zu eigen ist, um es in starre Genre-Schubladen packen zu können.

Anspieltipps:

  • Where Do People Go?
  • Ocean Needs Water
  • Different Seasons
  • Juice
Neue Kritiken im Genre „Songwriter-Pop“
Diskutiere über „Maria Solheim“
comments powered by Disqus