Rock Kills Kid - Are You Nervous - Cover
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Rock Kills Kid Are You Nervous


  • Label: Reprise/WEA
  • Laufzeit: 38 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

U2 und The Cure, gemischt mit Joy Division, The Smiths und Echo and The Bunnymen, gepfeffert mit einer kaum spürbaren Prise „Discovaganz“. So umschreibt die Plattenfirma das Debütalbum des kalifornischen Quintetts Rock Kills Kid um Leadsänger und Songschreiber Jeff Tucker. Machten Rock Kills Kid auf Ihrer gleichnamigen EP im Jahre 2003 diesem noch alle Ehre, und erinnerten mit ihrem melodiösen und effektvollen Sound an Bands wie Jimmy Eat World, Nada Surf oder Blink 182. So ist auf ihrem ersten Longplayer recht wenig davon übrig geblieben.

Dabei beginnt alles sehr viel versprechend. „Paralyzed“ zieht rigoros auf die Tanzfläche. Elektronische Elemente gepaart mit einem stampfendem Discobeat und einer gehörigen Portion Rock lassen die Füße fliegen. „Hideaway“ und „Are You Nervous?“ könnte man sich ebenso gut auf Jimmy Eat Worlds „Futures“ vorstellen. Die Analogie mit der Band aus Mesa, Arizona ist in diesen Songs unüberhörbar. Und dies nicht ohne Grund. Schließlich gingen Rock Kills Kid mit Producer Mark Trombino ins Studio, der auch schon für eben jene Jimmy Eat World oder auch Blink 182 die Produktionsfäden in Händen gehalten hat. Und gerade wegen dieser Ähnlichkeit gehören die drei Tracks zu den raren Höhepunkten auf „Are You Nervous?“. Von zuckersüßen Melodien und ohrwurmverdächtigen Refrains begleitet wird hier ohne groß nachzudenken drauf los geschrammelt.

Doch dann haben Rock Kills Kid anscheinend genug davon und überlassen ihrem reichlich harmloseren Alter Ego „Pop Kills Kid“ die Bühne. Die zu Beginn erwähnte Prise „Discovaganz“ übernimmt das musikalische Ruder. Leider deutlich spürbarer als angekündigt und ohne dabei großartig zu überzeugen. Viel zu seicht produziert und ohne wirkliche Höhepunkte, dümpeln die nächsten Lieder ohne Biss nahezu ausnahmslos vor sich hin.

Die Farblosen und ungefährlichen „Sing Sang“ Melodien und „Ahhhh Ahhhh“ Hintergrundchöre auf „Back To Life“ und „Life’s A Bitch“ lassen nach dem eigentlich viel versprechenden Start eine gewisse Gleichgültigkeit aufkommen. Man wartet vergebens auf den erlösenden Ausbruch. Dass die Fetzen fliegen oder wenigsten darauf, dass die mittlerweile vollständig ins poppige abgedrifteten Lieder nicht sofort wieder in Vergessenheit geraten. Stattdessen überwiegen auf diesem Werk erschreckend bedeutungslose Lieder. „Don’t Want To Stay“, „Midnight“ und „Hope Song“ würden beim Autowaschen, Teppich saugen oder Hemden bügeln ohne Zweifel ihren Zweck erfüllen.

„Raise Your Hands“ kann zum Abschluss dieser Platte deshalb nur bedingt dafür entschädigen, was hätte viel besser gemacht werden können. Da wird wenigsten noch einmal Ansatzweise auf das obligatorische Rockpedal getreten. „Are You Nervous“ erscheint an vielen Stellen einfach überproduziert und versinkt auch deswegen mit zunehmender Spielzeit im unscheinbaren Popmittelmaß.

Anspieltipps:

  • Paralyzed
  • Hideaway
  • Are You Nervous?
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