Natalie Cole - Leavin´ - Cover
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Natalie Cole Leavin´


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 52 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Ich singe Jazz, aber ich bin keine Jazzsängerin“ – diese überraschende Feststellung Natalie Coles war das Signal an ihre Plattenfirma, dass ihr neues Album, „Leavin’“, nicht nach dem üblichen Schema entstehen würde, obwohl die hochdekorierte 56-Jährige sicher ohne viel Mühe ein weiteres Jazzwerk aus dem Ärmel hätte schütteln können.

Gegen die Langeweile einer solchen Produktion hat sich Natalie Cole den bekannten Pop- und R&B-Produzenten Dallas Austin (Gwen Stefani, Michael Jackson, Madonna, TLC) geangelt, mit dem sie für ihr erstes Album nach gut vier Jahren Pause, elf persönliche Lieblingstitel (plus einer Eigenkomposition) von berühmten Kollegen wie Sting, Neil Young, Kate Bush, Bonnie Raitt, Shelby Lynne und Aretha Franklin – um nur ein paar zu nennen – neu interpretierte. Dieses Konzept ist natürlich keine große Innovation und eher als risikolos einzustufen, aber warum nicht?!

Wie gut solche Transformationen gelingen können, zeigt schon der Opener „Criminal“, im Original von Fiona Apple und als ziemlich düsterer Popsong bekannt. Bei Natalie Cole wird daraus ein vor funky Grooves und zackigen Bläserriffs sprühender Motown-Song. Neil Youngs Klassiker „Old man“ vom „Harvest“-Album (1972) wird von der etwas weinerlichen Grundatmosphäre befreit und durch einen flotten Rhythmus mit ganz neuen Vibes ausgestattet. Beim Aretha-Franklin-Song „Day dreaming“ behält der Ausspruch von Natalies erstem Manager Gültigkeit, der seinen Schützling bat, keine Franklin-Songs nachzusingen, da sie zu sehr nach ihr klänge. Das kann man durchaus so stehen lassen.

Natalie Cole deckt auf „Leavin’“ ein vielfältiges Spektrum aus Pop, Rock, Folk, Soul und Country ab, wobei das Wichtigste bei der Einspielung war, einfach Spaß zu haben. Das hört man diesem wie aus einem Guss klingenden Album deutlich an. Hier wurde nichts krampfhaft zusammengepuzzelt oder mit dem Brecheisen nach Einflüssen aus den aktuellen Charts gesucht – und doch klingen sexy Songs wie „Don’t say goodnight (it’s time for love)“ von den Isley Brothers oder Stings, in einen spirituellen Akustik-Gospel verwandelter Track „If I ever lose my faith in you“ so frisch, als wären sie nur für dieses Album geschrieben worden.

Anspieltipps:

  • Criminal
  • Old man
  • Lovin’ arms
  • Man with the child in his eyes
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