Ox - Dust Bowl Revival - Cover
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Ox Dust Bowl Revival


  • Label: Arctic Rodeo Rec.
  • Laufzeit: 63 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Mark Browning ist das Mastermind der kanadischen Band Ox. Er komponierte zwölf der vierzehn Tracks und die Band interpretierte mit „Promised Land“ vom britischen Musiker Julian Cope und „Fat old sun“ von David Gilmour (Pink Floyd) zwei fremde Songs. Der Opener „Transam“ erinnert schwer an R.E.M. Und hat trotzdem alles, was das Nu-Country-und Americana-Genre braucht: Gitarren, eine feine Melodie von beachtlicher Qualität und der engagierte Gesang des Frontmanns Browning runden eine Songwritingperle ab. „La City“ tritt hörbar auf die Tempobremse und lebt von der gesanglichen Performance und einem entspannten Konzept. „Stolen Car“ besticht durch einen überraschenden Songverlauf: nach sehr ruhigem Beginn mit Pianoeinsatz, setzt die Gitarre ein und es entwickelt sich wider Erwarten noch ein gepflegter Country-Rock-Track.

In den meisten Songs dominiert das Countryfeeling und für ungeduldige Naturen scheint der Longplayer nicht geeignet, denn mit viel Liebe zum Detail wird den Vorbildern Neil Young und Ryan Adams nachgeeifert. Die gehörige Portion Ruhe, die das Konzept der CD darstellt, könnte Mainstreamhörer abschrecken. Ein Faible für countrylastige Songs wäre schon eine gute Voraussetzung für Genuss in ruhigen Stunden. Schöne Balladen wie „Weaving“ gehen wirklich ans Gemüt, da bleibt nur Staunen über die einfachen Gitarrengriffe, die in Zusammenarbeit mit der charismatischen Stimme wunderbar harmonieren. Es ist trotz der Stiltreue ein abwechselungsreiches Album, das überzeugt und zurecht die kanadischen College-Charts und danach die Americana-Charts stürmte.

Mit der Veröffentlichung dieses Longplayers werden die Europäer erst drei Jahre nach Erscheinen beglückt, da die Musikrichtung zu americana-lastig erschien. Mit zwei Bonustracks angereichert musste erst ein kleines Label aus Deutschland Ox entdecken und veröffentlichen. Einzig „Stolen bike“ gehorcht nicht den strengen Qualitätsanforderungen, Brownings Stimme klingt anfangs etwas überbeansprucht und die rockige Attitüde klingt hier etwas bemüht. Der Kritikpunkt Nummer eins, eine gewisse Gleichheit der Tracks, widerspricht nicht der oben erwähnten Abwechselung, denn neben den gebotenen musikalischen Varianten gewöhnt sich das Ohr manchmal schnell an einige Songs und vergisst sie auch wegen einer gewissen Ähnlichkeit im gleichen Tempo. Trotzdem gefällt das Debütalbum der Kanadier mit überdurchschnittlichen Ansätzen, die für die Zukunft viel versprechen.

Anspieltipps:

  • Transam
  • stolen car
  • weaving
  • Blue Morning
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