Lovex - Divine Insanity - Cover
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Lovex Divine Insanity


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterm Strich ist das, nun ja, ganz hübsch, aber leider niemals zwingend oder gar herausragend.

Die finnische Band H.I.M. war mal bei dem kleinen Label Gun Records unter Vertrag. Sie vollbrachte das Kunststück, düstere Rockmusik mit leichtem Gothic-Touch hitparadentauglich zu machen und installierte mit Bandchef Ville Valo einen neuen Mädchentraum. Dann wanderten H.I.M. zum Major Warner Music ab und Gun Records hatten ihr bestes Pferd im Stall verloren. Das Verrückte: Während H.I.M. beim Major Label auf einmal weniger kommerziell klangen als vorher, zaubert Gun mit dem finnischen Sextett Lovex einen lupenreinen H.I.M.-Klon aus dem Hut, der die besten Chancen besitzt, in die (kommerziellen) Fußstapfen der Megaseller zu treten.

Lovex gründeten sich im Jahr 2001 mit dem bescheidenen Ziel, die größte Band der Welt zu werden – oder wenigstens ein paar Frauen abzubekommen. Beides kann Stand heute nicht ausgeschlossen werden. So eroberte die Single „Guardian angel“ den ersten Platz der finnischen Charts und das Album „Divine Insanity“ hat bereits Gold sicher. Nicht schlecht, wie weit man es mit einer gesunden Portion Größenwahn bringen kann. Aber wird es auch zu mehr reichen? Etwa einem Erfolg außerhalb Finnlands? Eindeutige Antwort: Vielleicht – aber wohl besser nicht.

Lovex können auf der Habenseite verbuchen, dass ihre Songs sofort ins Ohr gehen, eine perfekte Mischung aus Härte und Melancholie besitzen und Sänger Theon auch nicht schlechter aussieht als Ville Valo. Einen dicken Tadel ins Lastenheft bekommen Lovex allerdings dafür, dass sie wirklich sämtliche Trademarks in Sachen Songwriting bei Ville Valo und H.I.M. kopieren und dadurch jegliche Eigenständigkeit vermissen lassen. Dabei lassen die Herrschaften wirklich nichts aus. Sie klauen ganze Gesangspassagen, Gitarrenriffs und Keyboardmelodien, im Prinzip den komplette H.I.M.-Sound, als wäre es das Natürlichste der Welt. So darf amtlich gewimmert („On the sidelines“, „Sleep tight“, „Remorse“), die eine oder andere Powerballade ausgepackt („Oh how the mighty fall“) oder heftig gerockt werden („Divine insanity“, „Bullet for the pain“). In kürzesten Abständen jagt ein Déjà Vu das andere. Unglaublich!

Unterm Strich ist das, nun ja, ganz hübsch, aber leider niemals zwingend oder gar herausragend, und schon gar nicht originell. Vielleicht wachen einige H.I.M.-Hasser nun auf, weil sie erkennen, wie durchschnittlich und schwach ein Genre interpretiert werden kann. Nämlich so blutleer und inszeniert wie von Lovex, die für dieses dreiste Album ganz klar die Rote Karte erhalten.

Anspieltipps:

  • Remorse
  • Bullet for the pain
  • Oh how the mighty fall
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