Mark Murphy - Love Is What Stays - Cover
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Mark Murphy Love Is What Stays


  • Label: Verve/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 64 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Vor zwei Jahren erschien mit „Once To Every Heart” (09/2005) die erste Zusammenarbeit zwischen dem inzwischen 74 Jahren alten und über 50 Jahre im Musikgeschäft befindlichen Jazzsänger Mark Murphy und dem deutschen Startrompeter Till Brönner. Mit „Love Is What Stays“, dem neuen Werk von Mark Murphy, wird diese Zusammenarbeit nun fortgesetzt und mit einigen Überraschungen garniert.

So gibt es unter den 13 Stücken, von denen über die Hälfte vom Deutschen Symphonie Orchester Berlin unter der Leitung von (Co-Produzent) Nan Schwartz begleitet werden, eigenwillige Coverversionen von Johnny Cash („So doggone lonesome“) und Coldplay („What if“), improvisierte Spoken-Word- und Scat-Einlagen („The interview“), haufenweise Balladen („Once upon a summertime“) und klassische Standards („My foolish heart“) zu hören. Zu den Musikern, die mit Murphy auf „Love Is What Stays“ zu hören sind, zählen unter anderem Till Brönner (Trompete), Frank Chastenier (Piano), Lee Konitz (Alto Sax) und Chuck Loeb (Gitarre).

Soweit scheint also alles perfekt zu sein – und doch gibt es Kritik. Denn auf Dauer kann das Werk – man könnte auch Balladensammlung dazu sagen – nicht nachhaltig überzeugen, da es so klinisch rein, glattgebügelt und perfekt klingt, dass es einfach langweilig ist, dem zuzuhören. Murphy gibt den lässigen Crooner, Brönner sorgt per Trompete für ordentlich Zuckerwatte, das Orchester geigt sich einen, ach ja, und irgendwo spielt fast unbeteiligt ein Piano. Bezeichnend dafür steht die Eigenkomposition „Love is what stays“ von Brönner und Murphy, die sich hervorragend für den Einsatz in Kaufhäusern und Fahrstühlen eignen würde.

Das hier gehörte ist alles andere als spannend und nicht mit dem Kommentar zu Murphys ersten Album aus dem Jahr 1956 zu vergleichen. Da hieß es: „Hören Sie Mark Murphy einfach zu, Sie können sicher sein, dass Ihre Reaktion nicht lauwarm ausfällt“. Die Zeiten ändern sich...

Anspieltipps:

  • Too late now
  • So doggone lonesome
  • Stolen moments (2nd reprise)
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