Die Ärzte - 13 - Cover
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Die Ärzte 13


  • Label: Hot Action/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 59 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ganze drei Jahre mussten sich Ärzte-Fans gedulden, bis das nächste hochwertige Produkt „der besten Band der Welt“ (aus Berlin) auf den Markt kam. Nach „Planet Punk“ folgte zwar das Konzeptalbum „Le Frisur“, doch das war nicht mehr als ein schwaches Trostpflaster für den Fan. Mit „13“ liefern die Ärzte wieder ein typisches Werk ab. Sprich: Kein Konzeptalbum. Anstatt, dass sich BelaFarinRod allein mit Haaren herumschlagen, kommen hier wieder Politik und Liebe zum Zuge. Darunter noch ein paar ärztespezifische Themen und Nonsens der feinsten Sorte.

Wie auf „Planet Punk“ zeigen die Ärzte, dass sie nicht einfach irgendeine Deutschrockband sind. Von Beginn an zeigen die drei Berliner, welche Stil-Vielfalt sie zu bieten haben. Das Eröffnungsstück „Punk ist…“ hat einen hinreißenden Jazz-Charakter und „Goldenes Handwerk“ brilliert mit Countryklängen. Dominiert wird „13“ aber von Rocksongs, die sich die Kritik gefallen lassen müssen, sie seien zu poppig. Tatsächlich klingen Lieder wie „Ein Lied für Dich“, „Männer sind Schweine“ und „Liebe und Schmerz“ sehr, sehr massenkompatibel. Dass ausgerechnet diese etwas poppigeren Songs dann aber auch zünden, beweisen die Verkaufszahlen und der Bekanntheitsgrad eines „Männer sind Schweine“.

Typische Songs wie „Super drei“ sind auf dem neuen Album der Ärzte lediglich in Form von „Meine Freunde“ und „Nie wieder Krieg, nie mehr Las Vegas!“ vorzufinden. „Grau“ könnte auch in diese Sparte gehören, aber dieser Song ist mit seinem nicht so tollen Text eines der schwachen Stücke auf „13“. Auch „Nie gesagt“ ist kein Meilenstein und wirkt ziemlich überzogen und überromantisiert. Da lobt man sich doch Songs mit eingängigen Riffs und witzigen oder politischen Texten, wie „Rebell“ bzw. „Ignorama“. Beide wissen durch hervorragendes Arrangement zu überzeugen. Das sind alles keine Lieder um „abfeiern“ zu können, aber es sind die Ärzte auf höchstem Niveau. Erwähnenswert ist natürlich wieder Rods Lied, namens „1/2 Lovesong“. Ein guter Track, der aber nicht an die Coolness von „Rod loves you“ heranreicht. Trotz alledem ist den Ärzten (aus Berlin) ein würdiger Nachfolger des grandiosen „Planet Punk“ gelungen. Der ein oder andere Hänger ist natürlich vorhanden, aber wunderschön ärztetypische Stücke wie „Grotesksong“ machen das wieder wett.

Zu guter Letzt muss den Ärzten ein Lob für die CD an sich gemacht werden. Nein, nicht noch einmal wegen der Musik, sondern wegen dem drum herum. Abgesehen davon, dass die düstere 13 schon von außen einfach nur cool aussieht, freut man sich immer wieder, beim Entnehmen der CD, von drei Japanerinnen in Weihnachtskostümen angelächelt zu werden. Die „besten Fotos der Welt zur besten Band der Welt“ findet man dann im Booklet. Dass die Texte in falscher Reihenfolge angegeben sind, fällt gar nicht auf. Und bevor der Rezensent endlich Ruhe gibt: Vor dem ersten Song ist rückspulen angesagt. Der Track „Lady“ ist dort als Hidden Track vorzufinden.

Anspieltipps:

  • Punk Ist...
  • Rebell
  • Männer Sind Schweine
  • Grotesksong
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