Captain Murphy - Human Cannonball - Cover
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Captain Murphy Human Cannonball


  • Label: Sound Pollution/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Rhythmus-Gitarrist Victor Hvidfeldt und der Mann am Bass, Johnny Borgstrom, spielten bereits seit frühen Schultagen zusammen, ehe sie mit Sänger/Gitarrist Sonny Boy Gustafsson als 14-jährige der Stockholmer Musikszene näher kamen und in spielwütigen Sessions den Grundstein für die Bandgründung mit Schlagzeuger Fruttas Eriksson als Verstärkung legten. Das selbstbetitelte Debüt von Captain Murphy erwies sich vornehmlich in der skandinavischen Heimat als Rock´n´Roll-Farbtupfer, von denen die Länder hoch im Norden ja so einige zu bieten haben und fiel dank frei aufspielender, dringlicher Rock-Musik mit starkem Einschlag aus den Siebzigern nicht der Übersättigung in der Hörerschaft zum Opfer. Ob als Support für die Backyard Babies, Gluecifer und die Hellacopters oder im Alleingang – Captain Murphy haben schon einige, auch mitteleuropäische, Bühnen bespielt und beehren die sehnsüchtige Rocker-Fraktion nun mit Album Nr. 2.

Bereits der Titel „Human Cannonball“ lässt gehörig Feuer unter dem Hintern erwarten und liegt damit beim besten Willen nicht falsch. Das sperrige Intro ist noch relativ verstörend und klingt nach einer Jam-Session, die an Schrägheiten zu erkranken droht. Doch als Einführung kann man das durchaus gutheißen und sich schnell den bluesrockenden Song „I Belong To The Girls“ zu Gemüte führen, der die zuvor vermisste Eingängigkeit gleich in doppelter Ausführung anbietet und mit Bläsern aufgelockert das erdige Gerüst von Rock´n´Roll in bester Manier präsentiert. Lässig, doch nicht schläfrig stürmt danach „Leaving All The Dead Behind“ schwungvoll und mit tollen Breaks, die Handclaps genauso wie Slide-Gitarren unterbringen, das Herz und reift schließlich zu einem Ohrwurm der bodenständigen Rock-Musik mit Echtheits-Bonus.

Bei „Ooh Ah Wap Shee Wah Yeah!“ regiert Punkrock, der schnittige Gitarren für die Nachwelt in Stein meißelt und sich rasend in Richtung wilder Parties bewegt, um psychedelisch in „Space Is A Cold And Lonely Place” seinen Ruhepol zu finden. Und so geht es weiter mit einem Potpourri des fein gewürzten Rocks, welches vorwiegend die Siebziger als Hauptinspiration wählt und trotzdem nicht abgehalftert im Gestern ertrinkt. In schnelllebigen Popkultur-Zeiten ist eine Scheibe wie „Human Cannonball” ein Zentrum, in dem sich das Zurückziehen lohnt und man sich dank druckvoller Gitarren, wohl dosierten Bläsern und stimmigem Gesang in einer ebensolchen Mixtur aus (Punk-) Rock, Blues und sogar Ska („The Mighty Plan”) sehr heimelig fühlt.

Anspieltipps:

  • Leaving All The Dead Behind
  • Space Is A Cold And Lonely Place
  • Sioux Rocker
  • Don´t Believe In ´Em People
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