Chapeau Claque - Hand Auf´s Herz - Cover
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Chapeau Claque Hand Auf´s Herz


  • Label: 1st Decade/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Jede Menge lyrischer Pathos und Spieltrieb treffen auf die verschmitzte Stimme von Maria Antonia Schmidt.

Maria Antonia Schmidt steckt hinter dem größtenteils deutschsprachigen Pop-Entwurf Chapeau Claque, welches wortgewandte und manchmal abstrakte Texte mit Hilfe von elektronischen Beats und warmen, organischen Beigaben (Gitarre, Schlagzeug, Percussions) zu einem Erlebnis der besonderen Art macht. Das dachten wohl auch Northern Lite, auf deren eigenem Label Chapeau Claque veröffentlichen, und beauftragten sie neben einem Tour-Support auch gleich mit der gemeinsamen Teilnahme bei Stefan Raabs Bundesvision Song Contest, wo sie den Song „Enemy“ in einer speziellen Version für das Bundesland Thüringen ins Rennen schicken. Doch hier soll es selbstredend primär um „Hand Auf´s Herz“ gehen, das der Vorab-EP „Marienkäfer Im Nacken“ nun in voller Album-Länge folgt und eine wirklich starke Momentaufnahme präsentiert.

Schwungvoll und absolut beherzt erlebt der Hörer die 12 Songs und verfällt eigentlich schon beim Opener „3 x Schnee“ diesem lebensfrohen Ausdruck von malerischen Texten, Electro-Fundamenten und perlenden Piano-Aufmunterungen. Auch die Gitarre hat ein Wörtchen mitzureden, wie schon der übernächste Track „So´n Scheiss“ in zarter Eingängigkeit deutlich macht. Textlich gibt es im Gegensatz zu den federleichten, doch stets wandlungsfähigen Arrangements so manche Nuss zu knacken. Solch vereinfacht umschriebene Liebeserklärungen wie „Komm reich mir Deinen Flügel oder gib mir Deine Hand, auch wenn Du weder fliegen noch mich wärmen kannst – Aber bitte bitte bitte tu mir nicht mehr weh“ und Sinn suchende Formulierungen von Kränkung wie „Der dritte Schnee, der tat richtig weh, blaugefrorenes Herz, ein mir unbekannter bitterkalter Schmerz“ müssen erst einmal verdaut werden.

Sicherlich trifft hier jede Menge lyrischer Pathos und Spieltrieb auf die verschmitzte Stimme von Maria Antonia Schmidt und wird polarisieren. Doch die Zuneigung wird Chapeau Claque neben den zu erwartenden Verschmähungen erreichen und das zurückgeben können, was hier in mitreißender Leichtigkeit auf Albumlänge das Herz zum Schmelzen bringt. Diese Mixtur aus variantenreichen Synth-Sounds, stimmigen Schlagzeug-Einsätzen, Piano und andersartigen Lyrics aus der Sicht einer jungen Dame, die hungrig auf das Leben ist und frei von der Leber weg ihre teils verworrenen Aussagen so sinnlich unter das Volk bringt, ist in seiner eindringlichen Darbietung in jedem Fall eine Entdeckung wert und kann romantisch entrückten Menschen die Welt um einiges bunter gestalten.

Anspieltipps:

  • So´n Scheiss
  • Blütenstaubromanze
  • Unloyal
  • Spieldosenprinzessin
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