OneTwo - Instead - Cover
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OneTwo Instead


  • Label: Theremusic/Rough Trade
  • Laufzeit: 50 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn Paul Humphreys, seines Zeichens Mastermind der 80er Jahre Band OMD, und Claudia Brücken, die Stimme der ebenfalls in den Achtzigern sehr erfolgreichen Gruppe Propaganda, ein Duo gründen, wird die Meßlatte etwas höher angelegt.

Nach kurzem Intro beginnt ihr Debütalbum mit eingängigem Elektro-Pop der positiv beschwingten Sorte, wobei Brückens unverwechselbar klare Stimme über den Klangteppichen von Soundtüftler Humphreys thront. Der schmale Grat zwischen eher anspruchsloser, aber gepflegter Chill-Out-Musik und Keyboard-Kunstwerken scheint fließend, die Steigerung folgt erst im zweiten Teil: Bei „Cloud 9“, der ersten Singleauskoppelung, schrieb Martin L. Gore von Depeche Mode mit und es entstand ein ziemlich abwechselungsreicher und guter Song, der auch mal etwas flotter und nicht so glatt daherkommt. Anschließend beweist Claudia Brücken mit „Anonymous“, dass ihre Stimme wirklich variantenreich ist und wirft noch mehr Gefühl und Ausdrucksstärke in die Wagschale als im ersten Teil des Longplayers.

Die Kraftwerk-Hommage „Kein Anschluß“ singt Brücken mit elektronisch verzerrter Stimme auf Deutsch, doch die Komposition wirkt sehr bemüht und verlässt sich zu sehr auf die Wirkung der spartanischen Beats, die Kraftwerk so beherrschten, aber Humphreys leider hier nicht. Die Schlusssongs besitzen starke Radiotauglichkeit und fallen positiv auf. Es ist sehr stark zu spüren, wie sehr Claudia Brücken viele Tracks vor dem sofortigen Verschwinden rettet, denn ihre gesanglichen Qualitäten ragen eindeutig heraus.

Ein bisschen mehr Risikofreude zu Klangexperimenten hätte man den beiden trotzdem zugetraut, denn die oben erwähnten Erwartungen enttäuschen sie schon ein wenig. Die Durchschnittsmarke der Bewertung überschreiten sie trotzdem, bei dem Talent auch eine Pflichtaufgabe.

Anspieltipps:

  • Sequential
  • Cloud 9
  • Anonymous
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