The Brand New Heavies - Get Used To It - Cover
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The Brand New Heavies Get Used To It


  • Label: Edel Records
  • Laufzeit: 51 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Ein zu harmloses Funk-Album, das auf Dauer gesehen durch die simpel gestrickten Lyrics zu oberflächlich ist.

„In den 80er Jahren wurden sie als die Pioniere der „Acid Jazz Generation“ gefeiert und die vom Synthie-Pop geschädigte Londoner Szene trug sie auf Händen: The Brand New Heavies. Ihr Stil aus souligen und funkigen Grooves, angereichert mit Sounds aus den 60er und 70er Jahren, verwandelte jede Party in einen Hexenkessel. Ultracooles Zeug, tanzbare Songs, die sich über die Jahre regelmäßig in den Charts platzierten“ wusste Kollege Molz Anfang 2005 über die Briten als Einstimmung zu ihrem Comebackalbum „Allaboutthefunk“ (01/2005) zu berichten. 8 Jahre waren seit „Shelter“ (05/1997) ins Land gezogen, bis sich Jan Kincaid (Schlagzeug, Perkussion, Keyboard), Andrew Levy (Bass) und Simon Bartholomew (Gitarre) mit Sängerin Nicole Russo zusammengetan hatten um an der Rückkehr der Brand New Heavies zu basteln.

Jetzt, zwei Jahre später, erscheint der neueste Streich, nachdem der Vorgänger durchwegs positiv aufgenommen wurde, wieder mit Soulsirene N´Dea Davenport, die abseits der stimmlichen Akzente auch wieder für erotisches Knistern auf den Promofotos sorgen darf. Es ist die Rückkehr einer der ersten Sängerinnen der Heavies, die seit der Gründung 1990 bis 1994 mit ihrem kräftigen Organ nicht gerade unbeteiligt am Erfolg der Band war. Der Einstieg in „Get used to it“ verläuft dahingehend auch unbeschwert und angenehm. Der lässige Disco-Funk, der in „We´ve got it“ erklingt geht sofort in Mark und Bein. Die erste Single „I don´t know why“, ein Stevie-Wonder-Cover, schmiegt sich im Anschluss zwar gekonnt in sämtliche Plüschdecken, textlich ist der Herz-Schmerz-Track jedoch noch immer eine Bankrotterklärung erster Güte („I don´t know why I love you / I don´t know why I love you / But I love you / Always treat me like a fool / kicked me when I´m down / That´s your rule / I don´t why I love you / But I love you”).

Textlich scheinen sich die Briten dieses Mal wirklich nicht viel vorgenommen zu haben und enttäuschen durch häufige Wiederholungen, sodass etwa der eigentlich geniale Groove von „Sex god“ durch die sich im Kreis drehenden Lyrics hoffnungslos untergeht. Rettungsanker ist der Stilmix aus tanzbarer 80er Jahre Disco („Let´s do it again“), jazzige Ausreißer wie „Right on“, das besonders durch ein wunderbar beseeltes Saxophon-Solo hervorsticht, die Spielerei mit der indischen Tabla und pumpenden Bassgrooves („Music“), der rockige Unterbau mit knackigen Gitarrenlicks in „I just realized“ und natürlich die über allen Zweifeln erhabene Leistung N´Dea Davenports. Das macht nach Ablauf der etwas mehr als 50 Minuten ein zu harmloses Funk-Album, das zwar den ausgiebigen Kontakt mit anderen Genres nicht scheut, aber auf Dauer gesehen durch die simpel gestrickten Lyrics zu oberflächlich ist.

Anspieltipps:

  • Music
  • Right On
  • I Just Realized
  • Let´s Do It Again
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