Chimaira - Resurrection - Cover
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Chimaira Resurrection


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

So legendär wie Felldrescher Dave Lombardo von Slayer ist Drummer Andols Herrick zwar nicht, aber seine Rückkehr zu Chimaira darf man trotzdem uneingeschränkt begrüßen. Hinterließen die Jungs auf dem selbstbetitelten Vorgänger „Chimaira“ (08/2005) schließlich vor allem durch sterilen Brutalo-Sound und das unbändige Knüppelgeschoss Kevin Talley hinterm Schlagzeug weit mehr als verbrannte Erde (nämlich einen eher langweilen Eindruck), so ist die variable Arbeit von Herrick wesentlich erfrischender und holt allein bei metronomisch gleichmäßigem Takt wie in „Killing the beast“ mehr unterschiedliche Sounds aus seinem Instrument als Talley über das gesamte Opus verteilt hatte.

Die weitere Neuerung bei den New Wave Of American Heavy Metal-Recken ist der Ausstieg bei Roadrunner und der Wechsel zu Nuclear Blast. Angespornt durch den neuen Vertrag und die Verstärkung durch Andols sind Mark Hunter (Gesang), Matt DeVries (Gitarre), Rob Arnold (Gitarre), Jim LaMarca (Bass) und Chris Spicuzza (Keyboard) an das neue Werk ohne große Erwartungen herangegangen, wodurch nach eigenen Angaben eine Scheibe entstanden ist, deren „Natürlichkeit so selbstverständlich ist, wie das Scheinen der Sonne.“ Angesichts des verwandten Sounds zu so mancher deftigeren Metalcore-Truppe, ist es jedoch sehr erfreulich, dass sich Chimaira um einige Häuserecken mehr bei „Resurrection“ gedacht haben als nur sinnlos auf ihre Instrumente zu kloppen.

Der Opener stampft die Ohrmuscheln zwar vorzüglich in den Boden und sowohl „Pleasure in pain“ als auch „Worthless“ renken sämtliche Nackenwirbel aus, doch dies geschieht niemals unüberlegt oder rein auf die mächtige Produktion von Jason Suecof (Trivium, Devildriver, If Hope Dies) gestützt, sondern jeder der sechs Mannen legt sich ungebremst ins Zeug, dass es eine Freude ist den Trümmerriffs oder dem Sprengkommando Doublebass (vor allem beim Titeltrack und „Worthless“) durch permanentes Matteschwingen angemessenen Tribut während ihrer exzessiven Abrissarbeiten zu zollen. „Six“ sorgt danach mit seinen ca. 10 Minuten für einen längeren Einschnitt im Geschwindigkeitshürdenlauf der Instrumente und leitet die erste Ruhephase der Platte ein. Dennoch brettern Hunter & Co. darin nach kleiner Verschnaufpause in bester Manier eines „Lazarus“ oder „Implements of destruction“ durchs metallische Unterholz und werden erst von „No reason to live“ abgelöst, das sich wieder mehr in eine deftigere Marschrichtung begibt statt nach mehreren Seiten auszubrechen wie der Vorgänger und unter anderem herrliche Riffattacken präsentiert, die sich anscheinend nur allzu gerne mit Herricks Drumkit paaren.

Gewöhnungsbedürftig weben die Jungs aus Cleveland in „Killing the beast“ einen regelrecht doomigen Klangteppich zusammen, „The flame“ bleibt ebenfalls auf walzenartigen und mittlerem Tempo, doch „End it all“ ist dafür im Anschluss wieder die Axt im Rücken, die einen unvorhergesehen zu Boden streckt und dabei trotzdem abgeht wie Sau. „Black heart“ bleibt dieser Devise treu und macht sich besonders durch einen genialen Groove bemerkbar, während „Needle“ zuerst zurückhaltend gestikuliert und erst im hinteren Teil in Windeseile die Richterskala emporsteigt. Den ordnungsgemäßen Abschluss bildet „Empire“, dass durch Chor und Streicher zeitweise an die Düster-Metaller von Cradle Of Filth erinnert, aber durchaus auf die Scheibe passt. Die Bonus-Tracks „Kingdom of heartache“ und „Paralyzed“ knallen einem ebenfalls eins auf die Fresse und vollenden das bislang stimmigste und aggressivste Album von Chimaira. Der Brückenschlag zwischen gelungenem Songwriting vom Schlage eines „The impossibility of reason“ und der Brutalität von „Chimaira“ ist mit „Resurrection“ also beinahe einwandfrei gelungen.

Anspieltipps:

  • Six
  • Needle
  • Worthless
  • Black Heart
  • No Reason To Live
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