Sirenia - Nine Destinies And A Downfall - Cover
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Sirenia Nine Destinies And A Downfall


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 43 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Bleibt auf der Strecke zwischen Kommerz und künstlerischem Anspruch liegen und erfüllt beide Ziele nur in geringem Ausmaß.

Spannend war die Ankündigung schon, dass sowohl Tristania als auch Sirenia neue Outputs in 2007 präsentieren würden. Nachdem jedoch aus „Illumination“ (01/2007) aufgrund seiner Ideenlosigkeit nicht viel herauszuholen war, lagen die Hoffnungen natürlich bei der Band von Morten Veland, der 2001 nach musikalischen Differenzen Tristania verließ um seine eigene Band, Sirenia, zu gründen. Das jedoch auch „Nine destinies and a downfall“ in keiner Weise an alte Glanztaten anschließt ist nicht nur bitter, sondern beispielhaft für das gesamte Genre des Gothic Metal, das in den letzten Monaten nicht unbedingt durch wegweisende oder innovative Alben gesegnet war.

Dabei beginnt das dritte Werk Sirenias äußerst vielversprechend, wenn auch auffällig auf kommerziellen Durchbruch getrimmt: Nu-Metal lastige Gitarren setzen zu einer Riffattacke an und Monika Pedersens dünner Gesang ist zwar nicht gerade optimal, aber erfüllt durchaus seinen Zweck. Vor allem im Refrain von „The last call“ paart sich das hohe Stimmchen gekonnt mit der rastlosen Pianomelodie im Hintergrund und die darauffolgenden bombastischen Streicher- und Sampleeffekte ergeben mit dem einsetzenden Chorgesang die richtige Stimmung. „My minds eye“ setzt sogar noch einen drauf und doppelt Pedersens Stimme im Chorus, bis sakral anmutende Gesänge und schwelgerische Gitarren zur Abwechslung beitragen.

In den Strophen bietet das darauffolgende „One by one“ noch Neues, der Rest ist leider nur eine Copy&Paste-Fassung der vorhergehenden Stücke geworden. Dummerweise schafft es außerdem gerade einmal „Sundown“ noch eine einigermaßen düstere Stimmung aufzubauen, die sich sogar durch die Growls von Morten Veland im Verlauf des Songs steigern kann, denn ab „Absent without leave“ begnügen sich die Tracks mit Wiederholungen aus den ersten beiden Knallertracks „The last call“ und „My minds eye“. Selbst das anfänglich vielversprechende „Seven keys and nine doors“ erkrankt an übermäßigem Bombast und einer gelangweilten stimmlichen Darbietung Velands, die sich eher in fahles Raunzen äußert, statt in stimmige Atmosphäre auszubrechen. Das durchschnittliche Gothic-Gesülze in „Downfall“ reißt die Platte ebenfalls nicht herum und das episch angelegtere „Glades of summer“ schafft es sowieso nicht mehr die Kohlen aus dem Feuer holen.

„Nine destinies and a downfall“ bleibt irgendwo auf der Strecke zwischen Kommerz und künstlerischem Anspruch liegen und erfüllt beide Ziele nur in geringem Ausmaß. Der starke Auftakt der Scheibe ist Fans von Evanescence oder Lacuna Coil wirklich ans Herz zu legen, der Rest dümpelt jedoch auf unterdurchschnittlichem Niveau ins Nirgendwo und macht weder dem Namen Sirenia noch Morten Veland Ehre.

Anspieltipps:

  • Sundown
  • The Last Call
  • My Minds Eye
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