Anna Ternheim - Separation Road - Cover
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Anna Ternheim Separation Road


  • Label: Stockholm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 45 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Jedes Album hat normalerweise ein Konzept. Die erste Möglichkeit ist, dass die musikalische Stilrichtung im Vordergrund steht oder zweitens nur die Stimme des Musikers dominiert oder Musik und Ausdruck harmonieren. Bei diesem Zweitwerk der jungen Schwedin Anna Ternheim fokussieren sich die Kompositionen eindeutig auf ihre sanfte Stimme. Gesangliche Ähnlichkeiten mit Dido, Norah Jones oder auch Suzanne Vega sind nicht von der Hand zu weisen. Die beherrschte und zarte Stimme ragt aus den eher ruhigen und schon fast düsteren Arrangements heraus. Ternheims Vorliebe für Soundtracks von Horrorfilmklassikern lässt deutlich grüßen.

Der Opener „Girl laying down“ bekommt Piano, Geigen und leichte Drums von dem Produzenten Andreas Dahlbäck mit dem sie auch schon ihr Debüt „Somebody Outside“ aufnahm, spendiert. Da wird schon das Potential angedeutet, dass die Sängerin Ternheim besitzt: „Today is a good day“ klingt sehr radiotauglich, aber reißt einen irgendwie nicht so mit, das wirkt zu konventionell für Ternheimsche Verhältnisse. Die dreizehn Songs abzüglich dem kurzen Intro stammen alle aus der Feder der Stockholmerin. In ihren englischen Texten behandelt sie vorwiegend eher schwarzgefärbte Gedanken und ihr leichter Akzent gibt den Songs auch einen gewissen Charme.

Für ruhige Stunden scheinen die Tracks durchaus geeignet, aber ein bisschen mehr Schwung würde der ein oder anderen Nummer gut tun, zu sehr wird meist das Tempo gedrosselt. Einige Songs rettet ihre Stimme regelrecht vor dem Mittelmaß, doch verdichtet sich der Gesamteindruck, dass sicher Talent vorhanden ist, nur hat ihre Stimmfarbe den Nachteil durch Dauerpräsenz auch schlicht zu langweilen, am schlimmsten sind aber die immer wieder die vermeintlichen Bombast bringenden Geigen, die so manchen Track fast verhunzen. „Fells like sand“ zum Ende des Longplayers überzeugt da eher, da bekommt die Musik auch endlich ihren Raum und ein atmosphärisch eher schon positiv gestimmter Folkpopsong entsteht.

„One to blame“ besitzt dagegen wieder den sich durch die CD ziehenden dunklen Charme, da blitzt das Talent der Schwedin auf, die nicht nur mit ihrer Stimme, sondern auch mit selbst gespielter Akustikgitarre die Melodie hörbar vorantreibt. Richtige Ausfälle enthält der Longplayer nicht wirklich, doch mehr als durchschnittlich ist das leider auch noch nicht. Das nächste Album kommt bestimmt und dann beweist Frau Ternheim vielleicht das Gegenteil.

Anspieltipps:

  • Girl laying down
  • Feels like sannd
  • One to blame
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