Benjamin Diamond - Out Of Myself - Cover
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Benjamin Diamond Out Of Myself


  • Label: Studio K7/Rough Trade
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Was braucht es eigentlich heutzutage um ein gutes Album zu produzieren? Also nicht das ganze technische Hin und Her, sondern die Musik, die man auf den Silberling brennt. Musik muss etwas Zeitloses und Mitreißendes haben. Muss einfühlsam sein und gleichzeitig auch ein wenig aufdringlich. Der eigene Song soll vom Hörer ja nicht all zu schnell vergessen werden. So ungefähr muss Benjamin Diamond gedacht haben bevor er sein zweites Album „Out Of Myself“ aufgenommen hat. Wer Mitglied der Band „Stardust“ war und mit „Music Feels Better With You“ einen der wohl größten Ohrwürmer der letzten Jahre geschaffen hat darf wohl auch solche Gedanken hegen. Das Debüt hat der junge Mann, mit bürgerlichem Namen Cohen, ja auch schon hinter sich.

Die neue LP beginnt mit „Mr Fate“ sehr kraftvoll und man könnte beinahe meinen, man hätte es mit einem reinen Rockalbum zu tun. Eingängige Riffs und ein Schlagzeug unter Dauerbenutzung geben den Ton an. Wie es sich aber für Benjamin Diamond gehört gibt es auch elektronische Einflüsse (und zwar nicht zu wenige). Diesem kraftvollen Sound steht nun Benjamins ruhige und beruhigende Stimme gegenüber. Somit wären wir gleich bei seinem zweiten Markenzeichen, von der Elektronik abgesehen: Die Stimme. Nur selten begegnet einem eine so sanfte und beruhigende Stimme wie die des guten Herrn Cohens. „Mr Fate“ versucht noch davon abzulenken, aber es lässt sich doch nicht verstecken. Diese Stimme ist die richtige für milde Sommerabende und gemütliches Beisammensein. Der Beweis folgt mit „Let’s Get High“ auf dem Fuße. Schmeichelnde Elektronik und eingängiger Beat. Garniert mit Diamonds Stimme einfach nur zum Genießen und Entspannen. Dies ist insgesamt das Motto, welches das Album trägt.

Hört sich vielleicht ein wenig eintönig an, aber jedes Lied hat durchaus seine eigene Note. Besonders hervorzuheben ist der Song „I Wish“. Ein (vielleicht zu) eingängiger Refrain erinnert zwar daran, dass Benjamin Diamonds Musik immer Dance bleiben wird, doch die Strophen sind der pure Wahnsinn. Diese klare Stimme lässt Gänsehaut aufkommen und weiß mit ihrem Charme und der Dynamik zu glänzen. Ein ganz starker Song! Soul-Eindrücke, die Diamond immer wieder bei sich sieht, kommen in „Give Me The Grace“ zum Vorschein. „Out Of Myself“ bildet dann das Herz dieses Albums. Nicht weil es das beste Stück ist oder das gefühlvollste. Es verbindet alle Elemente, die der Sänger so gerne vorweist und ist der in der Einleitung berechnete Ohrwurm. Die Vielfalt zeigt sich jetzt aber auch klarer auf. Ist „These Emotions“ ein leichter Sommerwind, ist „No One Knows“ ein ausgeklügeltes Elektronikarrangement, welches sich dann aber nach der Hälfte doch dem Vorgänger anpasst. Benjamin Diamond versucht alle denkbaren Eindrücke des uns bekannten Pop-Rocks zu vereinen und meistens mit einem Schuss Dance zu mischen. Eine Mischung die eigentlich nur aufgehen kann, aber doch die Freiheit des Künstlers anzweifeln lässt. Ein Album das jedem gefällt? In Diamonds Fall darf man sagen: Warum nicht?

Anspieltipps:

  • I Wish
  • Out Of Myself
  • There Is A Girl
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