Rosie Thomas - These Friends Of Mine - Cover
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Rosie Thomas These Friends Of Mine


  • Label: Nettwerk/SOULFOOD
  • Laufzeit: 33 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
5/10 Leserwertung Stimme ab!

Der zarte Gesang der Amerikanerin Rosie Thomas fand sich zum ersten Mal auf Damien Jurados „Ghost Of David“ aus dem Jahr 2000 wieder und wurde prompt von Sub Pop Records erhört, die ihr einen Vertrag anboten. Den einst angedachten Besuch der Theaterschule ließ Rosie Thomas fallen und kommt bis heute schon auf drei Alben, die nun um „These Friends Of Mine“ ergänzt werden. Trotz des relativ großen Kritikerlobs holte die Amerikanerin ein selbstzweiflerisches Grübeln ein, welches das Songwriting für den vierten Longplayer erschwerte. Nur gut, dass sie erst kürzlich mit Sufjan Stevens auf Tour war und dieser sie nun nach New York in sein Apartment einlud, um unverkrampft und mit einem anderen Liedermacher, nämlich Denison Witmer, zu jammen und nicht an Veröffentlichungstermine denken zu müssen. Es funktionierte derart gut, dass die meisten Songs gleich nach dem Schreiben aufgenommen wurden und diese kreative, freundschaftliche Stimmung zwischen den dreien auf dem treffend betitelten „These Friends Of Mine“ voller Emotionalität nachzuhören ist.

Neben Rosie Thomas, Sufjan Stevens und Denison Witmer ist auch Josh Myers an den fragilen Musikalitäten und dem Chorgesang beteiligt. Zusammen schufen sie ein intimes Werk, dem gerade der direkte, natürliche Sound gut tut und in Verbindung mit Thomas´ glockenheller Gesangsstimme eine eindringliche, warme Stimmung an den Hörer weitergibt. Zum Träumen und Schwelgen ist schon der Opener „If This City Never Sleeps“ (wie viele andere Songs der CD mit Bezug auf den Aufnahmeort New York) prädestiniert, bei dem uns lediglich die fein akzentuierte Akustikgitarre und der Gesang, hier und da mit Harmoniegesängen verfeinert, den Weg weisen. Das reicht auch völlig aus, denn das Songwriting ist stets brillant und benötigt kaum weitere Beigaben, die nur die Schönheit verschleiern würden.

Minimalistisch, aber nie leblos sind ohne Ausnahme alle Arrangements, denen trotz der wohligen Zurückhaltung das von Sufjan Stevens gespielte Banjo und die Streicher-Parts ungemein gut stehen. Da fügen sich auch die Adaptionen von „The One I Love“ (R.E.M.) sowie Fleetwood Macs „Songbird“ bedenkenlos ein und lassen sich von Rosie Thomas samt männlicher Begleitung vorsichtig in das Singer/Songwriter-Gemälde integrieren, bei dem kein Farbton grell verstört, sondern stattdessen zahllose, gedeckte Töne melancholisch den Hörer in Tagträumen gefangen nehmen. So gelten für die wundervoll leidenschaftlichen Vocals und das tröpfelnde Piano in „Kite Song“ dasselbe wie für das gesamte Album mit dem so viel sagenden Namen „These Friends Of Mine“: Gute Freunde sind und bleiben unersetzbar, vor allem wenn sie so erhaben und zeitlos drauf los musizieren wie Rosie Thomas, Sufjan Stevens, Denison Witmer und Josh Myers.

Anspieltipps:

  • The One I Love
  • Much Farther To Go
  • Kite Song
  • These Friends Of Mine
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