Lisa Gerrard - Best Of - Cover
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Lisa Gerrard Best Of


  • Label: 4AD/Rough Trade
  • Laufzeit: 76 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Lisa Gerrards extravagante Gesangskünste sind weit über die stets leicht entflammbaren Herzen der Dead-Can-Dance-Liebhaber hinaus bekannt und brachten sie dazu, die Film-Musik zu Kassenschlagern wie „Gladiator“, „Mission Impossible 2“, „Ali“ sowie „Black Hawk Down“ schreiben zu dürfen und ihnen ihre schwer einzuordnende Stimme voller Erhabenheit und Glanz zu leihen. Neben den neun Alben mit Brendan Perry als Dead Can Dance, die in ihrer Mischung aus Weltmusik, ausdrucksstarkem Gesang und sakraler Stimmung noch heute zurecht als einzigartig gehandelt werden, sind die in den letzten Jahren absolvierten Soundtrack-Kompositionen (u.a. ein Golden Globe Award für die Musik zu „Gladiator“) sicherlich die erfolgreichsten Stationen von Lisa Gerrard.

Die schlicht betitelte, doch mit einem atmosphärischen Booklet versehene und trotz der vielen verschiedenen Blickwinkel (Dead Can Dance, eine Kollaboration mit Pieter Bourke, Solo-Aktivitäten und eben Soundtracks) wundervoll stimmige und eindringlich zusammengestellte „Best Of“ zollt nun diesen mehr als zwei Jahrzehnten im Schaffen von Lisa Gerrard Tribut. Angefangen bei den kurzen, eher als Intros fungierenden, majestätischen Songs vom „Gladiator“-Soundtrack über „Swans“ vom Solodebüt „The Mirror Pool“ bis hin zum finalen „Now We Are Free“ (OST „Gladiator“) und Einblicken in die Soundlandschaften zu den Filmen „Ali“ sowie „Whale Rider“ ist alles dabei, was der gemeinhin als Sammler bekannte Dead Can Dance/Lisa Gerrard-Fan bereits im Schrank stehen hat, für die interessierte Gemeinde allerdings genau der richtige Anreiz für eine nähere Betrachtung sein dürfte.

So eindrucksvoll und vereinnahmend erklingen ruhige Klangteppiche, die sich mal orchestral opulent und mal reich an unterschwelligen Percussions eine einzigartige Sehnsucht auf die Fahnen geschrieben haben und es schaffen, ein nicht greifbares Unbehagen in feierlich empor steigenden Fanfaren enden zu lassen. Neben den ausbalancierten Streicher-Passagen und weltmusikalischen Akzenten gehören natürlich die über allem thronenden und überaus professionell gestärkten Stimmfacetten von Lisa Gerrard zum besonders positiven Reigen, der sich folglich auf der gut gefüllten Spieldauer breitmacht und es schließlich dann doch verkraftet, dass allein acht der 15 Songs dem Schaffen von Dead Can Dance zuzuordnen sind und diese bereits bestens ausgestattete Compilations ihr Eigen nennen. Da es sich um eine „Best Of Lisa Gerrard“ handelt, hätte man gut und gern mehr Songs aus der eigenständigen Schaffensphase, Beiträge von der Zusammenarbeit mit Patrick Cassidy auf „Immortal Memory“ fehlen beispielsweise komplett, wählen und selbstbewusst den großen Namen des Duos außen vor lassen können. Doch das sind lediglich Randnotizen, die nur unwesentlich einen Schatten auf die glanzvolle Musik legen.

Anspieltipps:

  • Sacrifice
  • The Host Of Seraphim
  • Yulunga (Spirit Dance)
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