Tele - Wir Brauchen Nichts - Cover
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Tele Wir Brauchen Nichts


  • Label: Vertigo/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 60 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Zweieinhalb Jahre ist es nun her, als die Wahl-Berliner von Tele nach ihrem Wechsel zum Branchen-Riesen Universal mit dem Zweitwerk „Wovon Sollen Wir Leben“ eine größere Hörerschar erreichen wollten. Dass das nur unzureichend gelang, zeigte der ernüchternde 10. Platz mit der Vorab-Single „Mario“ bei Stefan Raabs Nachwuchs-Stelldichein Bundesvision Song Contest. Doch was sind schon Zahlen und Verkäufe, wenn solch positiver Wohlfühl-Pop vor allem live punktet und dort sicher den ein oder anderen Neuankömmling im Fanlager von Tele begrüßen konnte. Demnächst werden sie zusammen mit Juli touren und endlich mal einem größeren Publikum vorstellig werden, während nach der Single „Mario“ das dritte Album mit der genügsamen Aussage „Wir Brauchen Nichts“ in die Plattenläden Einzug hält und nicht übermäßig zu gefallen weiß.

Wer anhand der Titel „Mario“, „Hans“ oder „Unser Kleines Haus“ einfältige oder blutarme komödiantische Texte erwartet, wird sich eines besseren belehren müssen. Denn gerade die Lyrics aus Alltagsgeschichten, zwischenmenschlichen Komponenten und aufmunternden Denkanstößen überzeugen neben den leichtfüßigen Arrangements, die sich dank Bläser-Einsätzen und Klavierpassagen angenehm von deutschsprachigen Pop/Rock-Kollegen abheben. Über allem steht eine Eingängigkeit, die vor allem durch Francesco Wilkings warme Stimme und rhythmische Merkmale der anschmiegsamen Melange aus R´n´B und Soul verdächtig nahe kommt, ohne den zurückhaltenden Pop mit Indie-Affinität und gelegentlichen Rock-Attitüden („F.R.E.I.“) komplett zu verlassen.

Trotz der stimmigen musikalischen wie textlichen Ausrichtung und konsequent schöngeistigem Pop, der zum ersten Mal im Tele-Kosmos auch kritisch die Politik mit ins Spiel zu bringen scheint und offensichtlich vom Unmut der Menschen erzählt, die lethargisch dem Overkill der Welt entgegen blicken, ist es nicht mehr als nett, was uns Tele auf „Wir Brauchen Nichts“ vorsetzen. Was sich schnell im Ohr festsetzt, ist genauso schnell wieder vergessen und wird in ein paar Monaten kaum noch jemanden interessieren. Das ist aufgrund der grundsätzlich reibungsarmen Herangehensweise der sechs Herren von Tele wenig verwunderlich, wird die Fans dennoch erfreuen und alle anderen vergeblich nach dringend benötigten Kanten suchen lassen.

Anspieltipps:

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