Songs For The Young At Heart - Songs For The Young At Heart - Cover
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Songs For The Young At Heart Songs For The Young At Heart


  • Label: City Slang/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Sehr geehrter Dave Boulter und Stuart Staples von den Tindersticks! Die Idee hinter „Songs for the young at heart“ ist ja sehr nett gemeint und auch dementsprechend liebevoll umgesetzt worden. Aber: Wer geht in den Plattenladen und kauft sich ein Album voller Kinderlieder, die von einer ganzen Riege von Indie-Helden eingesungen wird, während im Hintergrund fröhliches Glöckchengedudel wie Zuckerwatte die Lautsprecher verklebt? Ihr müsst zugeben, eine bestimmte Zielgruppe anzusprechen bzw. ausfindig zu machen ist schwer, obwohl es schon eine amüsante Angelegenheit ist, Kurt Wagner „Inch worm“ singen, ähm, grummeln zu lassen.

Sicherlich ist in diesen Kinderliedern eine Melancholie und Schwermütigkeit versteckt, die unseren Kleinen noch nicht begreiflich ist und spannend für die älteren Semester sein dürfte, aber der Verfasser dieser Zeilen kann sich beim besten Willen noch nicht vorstellen, wer sich mit vorliegender Platte wirklich beschäftigen soll außer Kindergartenpädagogen oder Hardcore-Fans, die alles von ihren geliebten Indie-Stars besitzen wollen. Denn angefangen von Robert Forster (Go-Betweens) über Stuart Murdoch (Belle & Sebastian), Cerys Mathews (Catatonia), Kurt Wagner (Lambchop), bis hin zu „Bonnie“ Prince Billy (eigentlich Will Oldham) ist für jeden etwas dabei, der sich ein wenig firm im musikalischen Underground nennen will.

Abgesehen davon liest Jarvis Cocker (Pulp) die britische Kindergeschichte „The lion and Albert“, die im Original von Marriott Edgar stammt, und Martin Wallace, seines Zeichens Regisseur und Verfasser einiger Tindersticks-Videos, erzählt die Geschichte „The three sneezes“ nach. Diese Lesungen werden jedoch nicht von Musik untermalt, dafür gibt es bei den restlichen Songs eine ganze Wagenladung an Instrumenten zu erkunden: Schellen, Flöten, Glockenspiel, Geigen, Gitarren, Xylophon, Triangel, Music Box-Geräusche und alles sonst noch, was in irgendeiner Weise mit der früheren Kindheit in Verbindung gebracht wird, haben Boulter und Staples in die 11 Stücke eingebaut, was letztendlich doch eine Zielgruppe für „Songs for the young at heart“ ausfindig machen lässt. Daher der Weisheits letzter Schluss: Für junggebliebene Romantiker, die oben genannte Herren und Damen schon immer in anderen Rollen singen bzw. sprechen hören wollten, garantiert eine Anschaffung wert, denn das hier nicht nur in instrumentaler Hinsicht mit Herzblut an die Sache herangegangen wurde, hört man in jedem Song.

Anspieltipps:

  • White Horses
  • Hushabye Mountain
  • Puff, The Magic Dragon
  • Mary, Mungo And Midge
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