Saint Privat - Superflu - Cover
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Saint Privat Superflu


  • Label: Dope Noir/Soulfood
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Während sich Inga Humpe und Tommi Eckart in ihrer 2Raumwohnung im Kreis drehen (aktueller Langweiler „36 Grad“) und der 532. Lounge/Chillout-Sampler nur mehr Aufgewärmtes bietet, wird es Zeit, dass mal wieder etwas Neues und wesentlich Spannenderes auf den Markt kommt. Diesem Leitsatz scheint der Wiener Klaus Waldeck gefolgt zu sein und ruft 2004 sein neues Projekt Saint Privat aus der Taufe, bei dem er von der Sängerin Valerie unterstützt wird. Das erste Album, „Riviera“ (08/2004), war gespickt mit französischen Chansons und verziert mit einer locker-leichten Produktion, die wie für einen heißen Spätsommer gemacht schien. Mittendrin der Überhit „Tous le jours“, der nicht nur für Werbezwecke eingesetzt wurde, sondern auch mehrere Großstadtdiscos in angenehme, beruhigende Farben tauchte. Im Zuge dessen verkaufte sich das Debüt wie geschnitten Brot und musste entgegen der anfänglichen Erwartungen nachgepresst werden.

Auf dem nun erscheinenden Nachfolger „Superflu“ (zu deutsch: Überfluss) wurde das Konzept hinter Saint Privat beibehalten und Klaus bezaubert ein weiteres Mal mit schwebenden Rhythmen und sinnlicher Musik, die von der grazilen und anmutigen Stimme Valeries begleitet werden. Eingespielt hat das Album abgesehen von den Orgelspuren des Herrn Waldeck die Liveband des Wiener Acts, die aus Clemens Wabra (Gitarre), Rüdiger Kostron (Bass) und Erwin Schober (Schlagzeug) besteht, die allerdings nur in sehr seltenen Momenten an ihren Instrumenten wirklich auftrumpfen können, da im Vordergrund die betörende Wirkung der französischen Chansons steht. Zumindest wurden ihnen laut Pressetext psychedelische Softpornos vorgespielt um in die richtige Stimmung zu kommen, was sich schlussendlich auch in der zärtlichen Darbietung der Musiker hörbar niederschlägt.

Obwohl zum Releasedatum natürlich erst der Frühling am Aufkeimen ist, verfehlt die Platte ihre Wirkung aber dennoch nicht und lädt bereits jetzt schon zu Schirmchencocktail und gemütlicher Strandparty ein, während sich am Horizont Hitzeschlieren bilden. Trotzdem ist der Überraschungseffekt von „Riviera“ nicht mehr gegeben und die etwa 40 Minuten von „Superflu“ offenbaren so gut wie keine neuen Facetten, selbst wenn Valerie dem Jefferson Airplane Klassiker von 1967 „Somebody to love“ den Wind aus den Segeln nimmt und mit spartanischer Untermalung vorträgt. Interessanter als einschlägige Lounge-Club-Chillout-Sampler und Alben damit verbundener Künstler ist der zweite Streich von Saint Privat aber allemal, obwohl das häufige „La la la“-Geträller nicht notwendig gewesen wäre.

Anspieltipps:

  • La Melodie
  • Somebody To Love
  • Une Derniére Cigarette
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