Psyopus - Our Puzzling Encounters Considered - Cover
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Psyopus Our Puzzling Encounters Considered


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 66 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Adam Frappoli (Gesang), Christopher Arp (Gitarre), Fred DeCoste (Bass) und John Cole (Schlagzeug) bewegen sich auch auf dem zweiten Longplayer „Our puzzling encounters considered“ nach ihrem Debüt „Ideas of reference“ (04/2005) zwischen den Stilen. Hauptsächlich total abgedrehter Grindcore mit saftigem Hardcore-Einschlag, gepaart mit Jazz-Einflüssen, unvorhersehbaren und extrem sprunghaften Rhythmuswechseln und einer Gitarren- und Schlagzeugarbeit, die jede andere Band zu Staub zermalmt. Dadurch erfüllen Psyopus aus Rochester, New York sehr gewissenhaft die feuchten Träume eines jeden Extreme Hardcore-Punkers, sensible Ohren werden sich jedoch keine 2 Minuten von diesem Machwerk anhören, geschweige denn als Musik identifizieren können.

Gleich zu Beginn wird demonstrativ mit „The pig keeper´s daughter“ die Instrumentenschlachtbank angeworfen und nebst Schweinegequieke brettert die Instrumentenfraktion unaufhörlich entgegen jeder Struktur und scheinbarem Taktgefühl wie eine todessehnsüchtige Dampfwalze los. Unzählige High Speed-Parts und noch einmal so viele Breaks später sind noch nicht einmal die ersten 60 Sekunden erreicht und nervöses Zucken macht sich breit. Wer bei „Our puzzling encounters considered“ still sitzen kann ohne an ADS zu erkranken, dürfte entweder komplett taub oder Schlimmeres gewöhnt sein bzw. sich in der Tech/Math Core-Szene mit solchen Vertretern wie Ion Dissonance oder Dillinger Escape Plan zu Hause fühlen.

Trotz aller Brutalität und technischem Gefrickel findet der Vierer in Tracks wie „Imogen´s puzzle pt. 2“ auch Jazz-angehauchte Ruhepole, die dafür aber mit gegenläufiger Glöckchenmelodie, Irrenanstalt-Gekreische, nervigem Kinderplärren oder irrem Gelächter angereichert sind. Überraschenderweise funktioniert „Siobhan´s song“ ohne derartige Komponenten, sondern zeigt sich als bodenständige und geordnete Jam Session-Aufnahme, die zwischen den nervösen Drohgebärden von Gitarre und Doublebass als regelrecht angenehm empfunden wird, obwohl avantgardistische Ansätze auch hier vorhanden sind. Den Vogel schießen die Jungs auf jeden Fall mit Track 12 und 13 ab, in dem sich eine Dame zuerst über einen Typen beschwert, woraufhin das Wort „annoying“ in Endlosschleife 21 Minuten lang abgespielt wird, bis ein Bonus-Song mit gewohnter Zerstörungskraft darüber hinwegfegt. Sicher nicht jedermanns Sache, aber zumindest technisch über jeden Zweifel erhaben.

Anspieltipps:

  • Siobhan´s Song
  • Imogen´s Puzzle Pt. 2
  • Scissor Fuck Paper Doll
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