Rose Kemp - A Handful Of Hurricanes - Cover
Große Ansicht

Rose Kemp A Handful Of Hurricanes


  • Label: One Little Indian/Rough Trade
  • Laufzeit: 46 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Einen Vorwurf kann man Rose Kemp nicht machen, sie komponiert keine Fast-Food-Musik, die leicht verdaulich, aber nicht sättigend ist. Stattdessen wirkt ihre Musik anstrengend, nervenaufreibend und innovativ. Ihr Debütalbum „Glance“ erschien 2003 und das neue Werk „A Handful Of Hurricanes“ veröffentlicht die Britin Rose Kemp unter dem Independentlabel One Little Indian. Als Produzent fungiert Charlie Francis, der schon für R.E.M., Kaiser Chiefs und Belasco am Mischpult stand. Rose Kemp stammt aus einer sehr musikalischen Familie, schon früh spielte sie in diversen Bands und sie produziert und singt Independentrock der oberen Qualitätsklasse, der aber so gar nichts mit den üblichen Schemata zu hat.

Der Opener „Little one“ schleicht sich heran, um einen dann etwas ratlos zurückzulassen, den zwischen selbstgespielter Gitarre, Drums, Geigen und eindringlichem Gesang entsteht ein Klangerlebnis der besonderen Art. Die unvorhersehbaren Rhythmuswechsel sorgen für reichlich Abwechselung – das ist Independentmusik in Höchstform. Mit „Violence“ zeigt Rose Kemp, was für ein Talent in ihr schlummert. Es ist ein eher ruhiger Track, der von Noise-Attacken der Gitarren- und Schlagzeugfraktion heimgesucht wird, die absolut aus dem Nichts kommen. Dadurch verwandelt sich der Track in einen sehr aufwühlenden Song, der von den abrupten Tempowechseln lebt und wirklich „Gewalt“ ausstrahlt.

Stimmlich durchlebt Rose Kemp in den elf selbstgeschriebenen Songs alle Höhen und Tiefen und vereint Leiden und Aggression, aber auch Verletzlichkeit mit verblüffender Perfektion. Der a-cappella-Song „Sister sleep“ erzeugt eine derartige Gänsehaut und es wächst die Erkenntnis, dass die junge Britin anscheinend unglaublich viel Gefühl in ihrer Stimme transportieren kann.

Der Schlusssong „Sing your last goodbye“ überrascht nach den anstrengenden, aber aufregenden Hördurchgängen mit fast traditioneller britischer Folkrockqualität, und kann als einziger als eingängiger Track bezeichnet werden: Piano, Akkordeon sowie die üblichen Instrumente Drums, Gitarre und die unglaubliche Stimme von Rose Kemp bilden ein harmonischen Ausklang dieses Ausflugs in die verblüffende Ideenwelt einer sehr talentierten jungen Musikerin. Einziger Kritikpunkt könnte sein, dass die junge Sängerin manchmal zu verworren komponiert, aber das hat auch seinen Reiz.

Anspieltipps:

  • Little One
  • Violence
  • Dark Corners
  • Sister sleep
  • Sing Our Last Goodbye
Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
6.5/10

Trouble No More: Bootleg Series Vol. 13 (1979-1981)
  • 2017    
Diskutiere über „Rose Kemp“
comments powered by Disqus