Aeon Spoke - Aeon Spoke - Cover
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Aeon Spoke Aeon Spoke


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 45 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
4.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Im Normalfall ähneln sich Nebenprojekte oder neue Bands von Mitgliedern aufgelöster Gruppen meist in ihrem Stil oder Genre, sodass dennoch eine gewisse Handschrift der Protagonisten unverkennbar bleibt. Das sich nach der Prog-Metal-Band Cynic Paul Masvidal (Gesang, Gitarre) und Sean Reinert (Schlagzeug) derartig soften Ergüssen hingeben wie in Aeon Spoke, hätte man jedoch nicht gedacht. Sicherlich sind ganz entfernt Parallelen zu ziehen, aber im weitesten Sinne handelt es sich bei dem um Evo (Gitarre) und Chris Kringel (Bass) erweiterten Vierer um eine komplett neue Truppe, die sich zurück an den Start gesetzt hat.

Mit Schwurbelgitarre und Pathos der schwermütigen Sorte erinnern Aeon Spoke mit ihrem zweiten selbstbetitelten Werk, das sich aus neuen und bereits auf dem Debüt „Above the burried cry (2005) befindlichen Stücken zusammensetzt, mehr an die begnadeten Progressiv-Rocker von Dredg oder „Holes in the wall“ (2002) der Electric Soft Parade, die eine ähnliche Mischung aus zarten und zerbrechlichen Songs auf ihrem Erstling zelebriert haben. Der Opener „Cavalry of woe“ gebärdet sich zwar rockig, bleibt aber eine Ausnahme. Allein das fragile „Grace“ oder der schwelgerische Pop der Marke „Pablo at the park“ sei hier ans Herz gelegt.

Am stärksten ist das Quartett wenn es mit simplen Strukturen eine melancholische Stimmung heraufbeschwört, die eine herbstliche Atmosphäre generiert, dass sich sogar Zimmerpflanzen ihrer braunen Blätter entledigen und verwelken („Yellowman“, „Sand and foam“). Vor allem die kleinen Gesten machen Stücke wie „Silence“ zu eindrucksvollen Nummern, jedoch stützen sich die Jungs allzu oft auf eine Melodie oder ertränken die Songs in balladeske Töne, sodass diese zu ziellos vor sich hin schleichen („Nothing“). Dennoch sollten Aeon Spoke im Auge behalten werden, denn in punkto traurige Atmosphäre macht diesen Amis so schnell keiner was vor.

Anspieltipps:

  • Grace
  • Silence
  • The Fisher Tale
  • Sand And Foam
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