Joan Armatrading - Into The Blues - Cover
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Joan Armatrading Into The Blues


  • Label: Hypertension Music
  • Laufzeit: 59 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Einfach mal die eingefahrenen Wege verlassen, nicht machen was von einem erwartet wird, sich einen Traum erfüllen. Wer, wenn nicht Joan Armatrading, dürfte so etwas nach vielen erfolgreichen Jahrzehnten im Musikgeschäft wagen? Also ab dafür! Ziel von Joans Abenteuer ist die Bluesmusik, die es ihr schon lange angetan hat und auf ihrem ersten Album nach vier Jahren Pause voll im Mittelpunkt steht. Doch fast wie selbstverständlich ist es kein gewöhnliches Bluesalbum geworden, das Frau Armatrading mit „Into The Blues“ aufgenommen hat. Und schon gar nicht handelt es sich um eine schnöde Ansammlung von Coverversionen, die keiner mehr braucht – egal von wem sie stammen und wer sie nachspielt. Gut so!

Die auf der Karibikinsel St. Kitts geborene und in England lebende Singer/Songwriterin macht insofern alles richtig, indem sie ihre eigene Vorstellung eines Bluessounds kreiert, der hier und da stilistische Fremdeinflüsse zulässt und dennoch sehr bodenständig und originalgetreu klingt. Dabei arbeitet Joan gerne mit sparsamen Gitarrenlicks (besonders stark: Der Titelsong!) und manchmal etwas billig wirkenden Synthies („A woman in love“), was trotzdem eine schöne Melodie nach der anderen ergibt (Grandios: „Secular songs“). Sie interpretiert den Blues entweder ganz traditionell („My baby’s gone“), garniert mit pfiffigen Breaks („Liza“) oder mit einem gehörigen Schuss Soul („Play the blues“), und zwar immer so, dass die Lieder unverbraucht und spannend klingen.

Die Multiinstrumentalistin hat auch auf ihrem 18. Album so gut wie alles im Alleingang erledigt. Lediglich Drums und Percussion überließ sie Kollege Miles Bould, während Langzeitkollaborateur Graham Dickson (Elton John, Alison Moyet, Curtis Mayfield) ein wenig beim Mix und der Produktion half. Fremde Köche, etwa ebenso berühmte wie überflüssige Duettpartner oder tonangebende Mischpulthexer, die den Brei verderben könnten, blieben außen vor. Und das ist auch gut so. Denn so entstand ein persönliches Werk, das sich schon nach kurzer Hördauer wie ein warmer Sonnenstrahl über den Hörer ausbreitet. In diesem Sinne: Let the good times roll!

Anspieltipps:

  • Liza
  • D.N.A.
  • Secular songs
  • Into the blues
  • There ain’t a girl alive
  • Something’s gotta blow
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