Lucinda Williams - West - Cover
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Lucinda Williams West


  • Label: Lost Highway/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 69 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Unterm Strich ein starkes Album, das aber nicht an den Geniestreich „Car Wheels On A Gravel Road“ aus dem Jahr 1998 heranreicht.

Acht Studioalben in bald 30 Karrierejahren sind nicht gerade eine fette Ausbeute. Lucinda Williams macht eben nur dann ein neues Album, wenn sie auch etwas zu sagen hat, könnte man behaupten. Und auch wenn das letzte Werk, „World Without Tears“, schon vier Jahr alt ist, musste die 54-Jährige für „West“ nicht lange nach Themen suchen: „Ich musste den Tod meiner Mutter verarbeiten und blickte zurück auf eine turbulente Beziehung mit schlechtem Ende – offensichtlich gab es viel Schmerz und Kampf für mich, aber ich sah das Licht am Ende des Tunnels“, berichtet die Sängerin mit der wandlungsfähigen Reibeisenstimme.

Tatsächlich gibt es nach Meinung der Songschreiberin sowieso nur eine begrenzte Anzahl von Themen, über die sie wirklich schreiben mag, nämlich Liebe, Sex, Tod, Verlust und Trost. Entsprechend düster fallen die Werke Rootsrock/Americana-Ikone in der Regel aus. Auch „West“ macht da keine Ausnahme. Aufgenommen wurde das Album in Burbank und Los Angeles mit Produzent Hal Willner (Lou Reed, Elvis Costello, Marianne Faithfull, Hole) und den Studioveteranen Doug Pettibone (Gitarre), Bill Frisell (Gitarre), Tony Garnier (Bass), Jim Keltner (Drums) und Gary Louris (Background Vocals) von den Jayhawks.

Das Album lässt einen tiefen Blick in die Seele der Sängerin zu, die mit dem warmen Klang der Hal-Willner-Produktion die ideale Grundlage für ihre emotionalen Texte und der dazu passenden Musik geliefert bekommt. Lucinda Williams verarbeitet eine gescheiterte Beziehung auf sentimentale („Are you alright?“) und aggressive („Come one“) Weise, sie trauert ihrer verstorbenen Mutter nach („Mama you sweet“, „Fancy funeral“) und räumt in ihrem „neuen“ Leben auf („Learning how to live“, „Everything has changed“). Dies geschieht im typischen Americana-Mix mit den Singer/Songwriter-Ingredienzien Country, Blues, Rock und Folk. Das macht unterm Strich wieder ein starkes Album aus, das aber nicht ganz an den Geniestreich „Car Wheels On A Gravel Road“ aus dem Jahr 1998 heranreicht.

Anspieltipps:

  • Come on
  • Unsuffer me
  • Mama you sweet
  • Where is my love?
  • Everything has changed
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